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Michael We.

CISFINITUM & FIRST HUMAN FERRO

"Alchemicals". Dark Ambient in den Sternen ...


CISFINITUM & FIRST HUMAN FERRO
Genre: Ambient
Verlag: Old Captain
Erscheinungsdatum:
Winter 2012
Medium: CD
Preis: ~13,00 €
Kaufen bei: Discogs


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Das dritte Stück aus dem Album zum Probehören

Für diese Veröffentlichung hat sich der hier schon zigfach präsentierte OLEGH KOLYADA ein richtiges Staraufgebot zusammengesucht. Nachdem er offenbar mit dem Kapitel ODA RELICTA abgeschlossen hat, konzentriert er sich verstärkt auf sein Label und seine anderen Projekte, hier beides in Kombination. Die neueste Veröffentlichung auf OLD CAPTAIN ist eine Zusammenarbeit von FIRST HUMAN FERRO alias OLEGH mit CISFINITUM alias EUGENE VORONOVSKY, den wir gerade anlässlich der Neuauflage von "Landschaft" auf OLEGHs Label vorgestellt haben. (Das letzte Stück auf "Alchemicals", "District Delta 2012", verweist übrigens auf genau diese Veröffentlichung, dort heißt ein Stück ebenso.)
Der schüttere Infotext verrät, dass es im Großen und Ganzen um Alchemie geht, um die Umwandlung von 'Saturn' in 'Sonne'. Der Saturn steht in der alchemistischen Zuordnung der Planeten zu Metallen für Vitriole, die Sonne für – Überraschung! – Gold, also ist das Thema wohl wieder einmal die Umwandlung von Materie in Gold oder, metaphorisch, die Erlangung der Unsterblichkeit. Neben den beiden Protagonisten ist der in Russland recht bekannte Saxofonist und Improvisationsmusiker SERGEI LETOV vertreten, außerdem übernimmt der Australier JAMES THIRLWELL (FOETUS!! Er ist es wirklich, musikalischer Partner von LYDIA LUNCH, SOFT CELL, NURSE WITH WOUND, NICK CAVE ...) einen eindringlichen, gesprochenen Vocal-Part.

Hell und funkelnd beginnt dieses Album; wie so oft strahlen Arbeiten von FIRST HUMAN FERRO eine gewisse Raumfahrerromantik aus. Eine russische Stimme erzählt von Erleuchtung und Entdeckung, aus den Keyboards strömen Engelschöre. Man könnte sich fast in einem Vorspann zu "Star Trek" wähnen. Der kosmische Gesang bleibt über mehrere Stücke erhalten, ein großes und verzerrtes 'Hallelujah', Dronelayer hängen im (Welt)Raum. Als Gegenpol dienen Passagen mit klassischer Instrumentierung: Geige, Klavier und Ambientmusik wie bei FENNESZ. Die Atmosphäre ist aber durchweg sehr heilig und sakral, typisch OLEGH.
Im Mittelteil entsteht häufiger der Eindruck eines kosmischen Hörspiels; der verwehte, künstlich erzeugte Gesang wird von diversen Geräuschen begleitet, bei denen sich ein leichter Grusel einstellt. Dann plötzlich ein trauriges, einsames Saxophon, bevor einige 'technischere' Stücke folgen, bei denen vermutlich CISFINITUM die Oberhand hatte. Sehr stark: die spartanischen Trommeln, wie ein Herzschlag, dazu gleißende Töne und ein Klavier. Mit einem lange andauernden Loop kosmischen Gesangs und diversen Geräuschen geht die Story zu Ende, bevor ganz zum Schluss ein leider etwas kitschig geratenes, klassisch angehauchtes Pianostück steht.

Ein Space-Orchester, bestehend aus Sternenstaub, Asteroiden und einer Hand voll echter Musiker mit Instrumenten. Je nach dem, wie gut die Verbindung zur Erde ist, kommen eher Rauschen und Gleißen oder klare Musik durch. Ein fiktiver Filmscore, der durch seine vielen Wechsel und Überraschungen besticht und dem anzuhören ist, dass mit MYKHAYIL A. SHUKH – schon auf diversen Werken von ODA RELICTA vertreten – ein ausgebildeter Komponist am Werk war. Faszinierend.

 
Michael We. für nonpop.de


Verweise zum Artikel:
» OLD CAPTAIN

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Zusammenfassung
Ein Space-Orchester, bestehend aus Sternenstaub, Asteroiden und einer Hand voll echter Musiker. Je nach dem, wie gut die Verbindung zur Erde ist, kommen eher Rauschen und Gleißen oder klare Musik durch. Ein fiktiver Filmscore, der durch seine vielen Wechsel und Überraschungen besticht. Faszinierend.

Inhalt
Part I
01. Eastern Sun (6:52)
02. Rosa Mundi Emblem (2:28)
03. Enter K (3:25)
04. Manikarnika (6:16)

Part II
05. Ravens Of Nevermore (4:12)
06. New Cleansed Order (7:23)
07. The Wind That Blows... (11:30)

Part III
08. District Delta 2012 (3:56)
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