BROTHER SUN, SISTER MOON: "All You Need" ALICIA MERZ ist kooperationsfreudig. Nach ihrer Zusammenarbeit unter dem Namen ihres Hauptprojekts BIRDS OF PASSAGE mit LEONARDO ROSARO im letzten Jahr steht nun ein Projekt unter dem Namen BROTHER SUN, SISTER MOON an. Eine direkte Verbindung zum gleichnamigen Film über FRANZ VON ASSISI ergibt sich, soweit ich das überblicke, allerdings nicht. Das Projekt fußt auf der Zusammenarbeit zwischen ALICIA MERZ und GARETH MUNDAY (ROOF LIGHT), und so ist auch die Musik der zehn regulären Stücke - am Ende des Albums steht noch ein Ambient-Remix des Tracks "Stand Under" - eine Mischung aus den musikalischen Vorlieben der beiden Protagonisten. Im Ergebnis ist die Musik insgesamt etwas positiver und aufgelockerter ausgefallen als auf dem letzten melancholischen, drückenden BIRDS OF PASSAGE-Album "Winterlady" (Besprechung). Die Songs lassen sich dann auch grob in zwei Kategorien einteilen. Es gibt die organischen Songs, die mit Akustikgitarre, Piano und den entrückten, verhallten und verrauschten Vocals von ALICIA MERZ ausgestattet sind, sowie die experimentellen, elektronischen Tracks. "Ghosts Of Barry Mill" oder "Cope" sind Vertreter der ersten Gattung. Akustisches Gitarrenpicking, zurückhaltende Keyboardbegleitung und Gesang weisen auf einen musikalischen Minimalismus hin, der klanglich durch Effekte, gesampletes Kinderlachen oder leichte Percussion aufgeweitet wird. Das melancholische und vielleicht beste Stück des Albums "A Year's Worth Of Leaves In Your Heart" kommt in seiner Grundstimmung dabei dem letzten BIRDS OF PASSAGE-Album am nächsten. Demgegenüber stehen instrumentale Stücke wie eben das Titelstück "Brother Sun, Sister Moon" oder "One Throws And One Pulls", die elektronisch experimentell ausfallen und somit für Abwechslung im Klangbild sorgen. Dabei heraus kommen zerhackte und zersamplete, loungige Stücke, die - gerade in diesen beiden Fällen - leider auch etwas unpassend wirken. Besser in das Albumgefüge passt da schon ein Song wie "All You Need", der in der Mitte der beiden Klangpole angesiedelt ist, also nach hinten in den Mix verschobene, verhallte Drumloops, den typischen Gesangeinsatz von ALICIA MERZ sowie schwebende Elektronik miteinander verbindet. Aber auch "From Grain To Flour", das mit verrauschten Pianosounds spielt, die wie von einem kaputten Tonband abgespielt wirken, stützt die Atmosphäre. Auch hier wieder gesampletes Kinderlachen, das eine Verbindung zum Cover zieht und vielleicht eine Interpretation des Projekt- und Albumnamens zulässt. BROTHER SUN, SISTER MOON ist in jedem Fall eine lebhafte, musikalische Verbindung zweier Künstler geworden, die das Klangspektrum der beiden gut ausleuchtet. Die düstere Schwere des letzten BIRDS OF PASSAGE-Albums bleibt dabei etwas zurück, ohne dass jedoch auf den verträumten, zurückgezogenen Anteil verzichtet wird.
Tony F. für nonpop.de
Verweise zum Artikel: » Label-Seite zu BROTHER SUN SISTER MOON Themenbezogene Artikel: » BIRDS OF PASSAGE: Winterlady
Namentlich gekennzeichnete Beiträge spiegeln ausschließlich die Meinung des jeweiligen Verfassers bzw. Interviewpartners wieder. Nachdruck (auch auszugsweise) nur mit schriftlicher Genehmigung durch den Betreiber dieser Seite.
|
Zusammenfassung
-
Inhalt
01. Ghosts Of Barry Mill
02. Stand Unter 03. Cope 04. Brother Sun, Sister Moon 05. A Years's Worth Of Leaves In Your Heart 06. From Grain To Flour 07. Storms Break The Day 08. One Throws And One Pulls 09. All You Need 10. South Downs By Morning 11. Stand Under (Listening Mirror Remix) |