Die Seite wird geladen... einen Moment bitte.
rak

CULT OF YOUTH: Cult of Youth

Die Kunst des Zitats


CULT OF YOUTH: Cult of Youth
Genre: Neofolk
Verlag: Sacred Bones
Vertrieb: Cargo
Erscheinungsdatum:
25.02.2011
Medium: CD / LP
Preis: ~16,00 €
Kaufen bei: cdmarket.de


Schrift vergrößern Schrift verkleinern

SEAN RAGON hat sich für sein erstes in offizielle Vertriebskanäle gebrachtes Album offenhörlich sehr intensiv mit den verschiedenen Spielarten des 1980er Post Punks beschäftigt. Und dabei ganz nebenbei eine elegante Lösung gefunden, um das mitunter etwas lästige Neofolk-Etikett ein bisschen zu überkleben. Gemeinsam mit seinen neuen Mitmusikern MICKI PELLARANO (Bass), GLENN MARYANSKI (Schlagzeug) und CHRISTIANA KEY-IS (Violine) geht er über weite Strecken bis an jenen Punkt der Musikgeschichte zurück, als dieses Genre noch gar nicht deklariert war und etwa DEATH IN JUNE noch im Post Punk-Umfeld verortet wurde. Heruntergebrochen auf Schlagwerk- und Bass-dominierte Minimalarrangements mit Akustikgitarre und Geige ergibt das dann einen höchst unterhaltsamen Zitatenschatz.

Eröffnet wird das Ganze vom grandiosen „New West“, das perkussiv kraftvoll à la THEATRE OF HATE oder SOUTHERN DEATH CULT in Richtung Wilder Westen poltert und natürlich stilecht mit einer ausklingenden Tremolo-Gitarre endet. Danach ein bisschen SHOCK THERAPY („The Dead Sea“), ein bisschen frühe NEW MODEL ARMY („Cold Black Earth“, „Weary“), ein bisschen Darkpoppiges mit leichter ECHO & THE BUNNYMEN-Anmutung („Through The Fear“) und so weiter und so fort. Bis das abschließende, in kämpferischer Pose vorgetragene „Lace Up Your Boots“ dann sogar mit typischem Post Punk-Synth und -Gitarrenspiel aufwartet. Da hätte letztlich auch noch eine Verbeugung in Richtung Kings_of_the_Wild_Frontier" target="_blank">ADAM & THE ANTS zu „Kings Of The Wild Frontier“-Zeiten gepasst, aber vermutlich waren diese dann doch ein bisschen zu britisch-exzentrisch. Auf alle Fälle gelingt CULT OF YOUTH mit diesem Album tatsächlich ein guter Spagat zwischen Neofolk (an dessen Szene natürlich schon allein durch die Instrumentierung, das martialische Posing und mit Stücken wie „Casting Thorns“ und „Lorelei“ gedacht ist) und klassischem Darkwave.
Selbstverständlich könnte man fragen, ob eine derart heftige Anlehnung an andere das Individuelle nicht ein wenig zu sehr überschattet, aber andererseits kann einem Eklektizismus natürlich helfen, die eigene Sprache zu finden. Und die New Yorker sind auf einem durchaus interessanten Weg. Gerade auf der Bühne dürfte diese Mischung hervorragend funktionieren. Zumal RAGONs Parolen-Gesang mitsamt rebellischen „Hey Hey“-Zwischenrufen offensichtlich auf die Menge zugeschnitten ist. Auch wenn mich persönlich die Ironiefreiheit auf Dauer etwas stört (aber da scheiden sich natürlich die Genre-Geister), ist „Cult Of Youth“ ein wirklich entdeckungswertes Album.


 
rak für nonpop.de


Themenbezogene Artikel:
» CULT OF YOUTH: Filthy Plumage In An...


Anzeige:
Namentlich gekennzeichnete Beiträge spiegeln ausschließlich die Meinung des jeweiligen Verfassers bzw. Interviewpartners wieder. Nachdruck (auch auszugsweise) nur mit schriftlicher Genehmigung durch den Betreiber dieser Seite.
Link-Code zu diesem Artikel:
Wöchentliche Artikelübersicht per Mail
Werde NONPOP- Redakteur...
» Diesen Artikel bewerten
» Kommentar zum Artikel verfassen
Zusammenfassung
Neofolk mit Post Punk-Elementen? Oder Post Punk mit Neofolk-Elementen? Wie auch immer: Das Quartett aus Brooklyn bietet kraftvollen Akustik-Underground mit leicht martialischer Rebellenattitüde.

Inhalt
1. New West
2. The Dead Sea
3. Monsters
4. Casting Thorns
5. Through The Fear
6. Weary
7. The Pole-Star
8. Cold Black Earth
9. Lorelei
10. The Lamb
11. Lace Up Your Boots
NONPOP RADIO
Nonpop Radio starten:

Hier Popup
Ebay- Angebote zum Thema:
cult of youth
 
bisschen cult natürlich youth