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rak

ABSOLUTE BODY CONTROL: Shattered ...

... Illusion


ABSOLUTE BODY CONTROL: Shattered ...
Genre: Minimal
Verlag: Daft Records
Vertrieb: Broken Silence
Erscheinungsdatum:
15.10.2010
Medium: CD, MP3
Preis: ~15,00 €
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Schön, dass auch verdiente Minimal Electro-Pioniere ein Stück vom Revivalkuchen ihres Genres abbekommen. 1980 von DIRK IVENS (Voice, Synths), MARK DE JONGHE (Synths) und VEERLE DE SCHEPPER (Backing vocals) gegründet, danach von IVENS und ERIC VAN WONTERGHEM als Duo weitergeführt, veröffentlichten ABSOLUTE BODY CONTROL in den frühen 1980ern vor allem Tapes in Kleinstauflage und konnten 1981 mit ihrer einzigen Single „Is There An Exit?“ gar einen kleinen Underground-Hit verbuchen. Trotzdem sind die Belgier damals nie wirklich über den undankbaren Geheimtipp-Status hinausgekommen. Was Wunder also, dass sie 1984 zusammen mit MARC VERHAEGEN lieber ein neues Projekt namens THE KLINIK ins Leben riefen, welches dann ob seiner aggressiv-düsteren Electro-Experimente ziemlich gut in die aufkeimende EBM-Szene passte und sich relativ schnell etablieren konnte. Trotzdem verließ IVENS THE KLINIK 1990 und kümmerte sich fortan um seine eigenen Projekte DIVE und SONAR, in deren Fahrwasser dann auch das letzte Lebenszeichen von ABSOLUTE BODY CONTROL in die Welt geschickt wurde: die 1993er CD-Compilation alter Tape-Veröffentlichungen namens „Eat This“. Danach schien das Projekt endgültig vergessen.

Jetzt allerdings, da die Retro-Welle der letzten Jahre das Interesse an den Originalen wieder geweckt hat, haben sich auch IVENS und VAN WONTERGHEM wieder zusammengefunden. Zunächst von eben dieser Welle auf einschlägige Festival-Bühnen gespült, dann 2007 mit „Wind[Re]Wind“ – einer Sammlung von Neu-Versionen alter Songs – erneut auf dem Markt vorstellig geworden, legen ABSOLUT BODY CONTROL nunmehr gar ein komplettes Fulltime-Album vor. Und zwar unter dem Motto: wenn schon Retro, dann aber richtig. Die einzige Konzession an die Neuzeit ist das Fehlen von analogem Bandrauschen, ansonsten herrscht Rückbesinnung pur. Die gleichen Sounds, die gleichen Strukturen, die gleiche Haltung. Einfach das alte Equipment vom Speicher geholt und ab ans Mischpult. Und so führt einen schon das klassische LFO-Geplucker des Instrumental-Openers „What Took You So Long?“ [sic] direkt zurück in die Epoche des kalten Neonlichts und der schwarzen Sonnenbrillen. One-Finger-Synthpop at its best. Tanzbar, monoton und simpel. Von einer geradlinigen Drumbox zusammengehalten werden die eingängigen Melodien allein von den Synthies kreiert, während IVENS auf den Grundtönen seine parolenhaften Texte ins Mikrofon artikuliert. 1980er Maschinenmusik wie aus dem Lehrbuch. Mit Stücken wie „Surrender No Resistance“, „Sorrow“ oder dem KRAFTWERK-inspirierten Titelsong hätten ABSOLUTE BODY CONTROL damals jedes Waver-Herz gewonnen. Und wenn dann auch noch bei „Never Seen“ der ehedem so beliebte HQ-Sound zum Einsatz kommt, dann stellt sich auch die Frage nach der Sinnhaftigkeit eines Albums bar jeder Weiterentwicklung nicht mehr. Hier zeigen Szene-Pioniere den Kindern einfach nur, wie es damals war, Szene-Pionier zu sein. Und wenn man das Bild der älteren Herren auf dem Cover nicht vor Augen hätte, könnte man glatt glauben, dass die beiden immer noch bei ihren Eltern wohnen und in ihren Jugendzimmern an monophonen Korgs, Yamahas oder Moogs herumschrauben. Insofern haben ABSOLUTE BODY CONTROL ein perfektes Electro-Album produziert, das für etwas Stillstand im Evolutionsgetriebe sorgt. Vielleicht fühlen sich ja sogar weitere Acts wie DARK DAY, NEON oder A BLAZE COLOUR dadurch zu neuen Veröffentlichungen animiert. Ich als bekennender Nostalgiker hätte da wahrlich nichts gegen.


 
rak für nonpop.de


Verweise zum Artikel:
» ABSOLUTE BODY CONTROL bei Myspace
» Diskographie bei dscogs

Themenbezogene Artikel:
» ABSOLUTE BODY CONTROL: Blue Monday


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Zusammenfassung
Auch nach über 20 Jahren beweisen ABSOLUTE BODY CONTROL, dass sie immer noch wie früher klingen können. Minimal Electro, wie er analoger nicht sein könnte. Dirk Ivens und Eric van Wonterghem machen auf ihrem neuen Album einfach dort weiter, wo sie 1984 aufgehört haben.

Inhalt
01. What Took You So Long?
02. Sorrow
03. Surrender No Resistance
04. Eins Zwei Drei Vier
05. Never Seen
06. Stardust Fever
07. Any Second Now
08. Shattered Illusion
09. Into The Light
10. Talking To The Man
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