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Michael We.

DUNCAN Ó CEALLAIGH: Psalms

PÄRT aus Wismar


DUNCAN Ó CEALLAIGH: Psalms
Genre: Ambient
Verlag: Parvoart
Erscheinungsdatum:
November 2009
Medium: 3-Zoll-CD
Preis: ~6,00 €
Kaufen bei: Parvoart-Shop


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Dieser Artikel wurde in der ANTRABATA">NONPOP-Hörschau Nr. 27 mit Audiobeispielen vertont!

Wer den Lebenslauf von DUNCAN Ó CEALLAIGH liest, hat sofort einen ungefähren Eindruck davon, wie die Musik des Mannes klingen könnte: Sie ist ein leises, melancholisches Nachspüren der Stimmungen, welche dem gebürtigen Iren während seines ereignisreichen Lebens zufällig zugetragen wurden und werden.
Mit 15 hatte Ó CEALLAIGH in Dublin den ersten Bass in der Hand, brachte sich nach und nach weitere Instrumente bei und spielte in zahllosen Bands aller Stilrichtungen: Country, Folk, Improvisation, Filmmusik oder Post Rock. Vor sieben Jahren landete er in Wismar, der für ihre Backsteingotik bekannten Hansestadt an der Ostsee. Die Umgebung gefiel ihm – davon zeugt das vor zwei Jahren veröffentlichte Fotobuch "Winter in Wismar" –, er blieb und schrieb unter anderem die Musik für die Aufführung des "Othello" am Schweriner Staatstheater.
Wurde er in den Jahren zuvor bei seinen Auftritten häufig als 'Singer/Songwriter' angekündigt, interessierte sich Ó CEALLAIGH nun zunehmend für elektronische Musik und gründete sein eigenes Label PARVOART, das unter anderem auf minimale Ambient-Musik spezialisiert ist und ausschließlich 3inch-CDs herausbringt. Der Name des Labels ist natürlich eine Anspielung auf den estnischen Komponisten ARVO PÄRT und seine einfach gehaltene, religiös motivierte Musik. Damit sind wir bei unserem biografischen Kurztrip im Jahr 2009 angelangt, denn 'Ambient' und 'religiös' sind die zentralen Stichwörter für das aktuelle Werk. "Psalms" spürt, wie schon eingangs vermutet, Stimmungen nach, in diesem Fall denen der drei titelgebenden Psalmen 117, 22 und 139.



Cover des Fotobuches "Winter in Wismar"


Schon früher, bei experimentellen Auftritten mit Hackbrett während der Singer/Songwriter-Phase, zeichnete sich die Musik von Ó CEALLAIGH durch lange Pausen aus. Auch "Psalms" wirkt reduziert auf fast Nichts, besteht aus wenigen Tönen, ja zwischendurch nur aus einem einzigen, elektronisch erzeugten Ton, so wie die rund neun Minuten von "117" ("... denn seine Gnade und Wahrheit waltet über uns in Ewigkeit ..."), die mit leisem Glockengeläut beginnen.
Der helle, in seiner Intensität leicht variierende Ambient-Drone, der den Rest des Stückes bildet, fühlt sich zart und weich wie Milchglas an. Unglaublich, welche Inbrunst ein einziger Ton fühlen lassen, wie viel schwebende Ruhe und Schönheit er enthalten kann, obwohl Veränderungen in Tonhöhe oder -Fülle kaum wahrnehmbar sind. Ein Wispern im Hintergrund wie von Engelschören rundet die Atmosphäre ab.
Der zweite Track (Psalm 22, "... ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, ein Spott der Leute und Verachtung des Volks ...") ist geheimnisvoller. Ein Knispeln und Rascheln wie von dünnen Ketten begleitet die sphärische Folge aus drei Tönen, welche sich in unterschiedlichen Geschwindigkeiten wiederholt. Im Gegensatz zur Wärme des ersten Stückes füllen Leere, Weite und Melancholie die "22" aus, der Ambient weist einige industrielle Anklänge auf.
"139" ("...und siehe, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege...") besteht ebenfalls aus wenigen, immer wieder aufeinander folgenden Tönen, deren Anmutung gedämpft und verhuscht ist. Tod und Trauer werden hier auf eine dennoch sehr weiche und leichte Art verarbeitet, untermalt von einem kaum hörbaren singulären Synthie-Drone.

Gerade weil DUNCAN Ó CEALLAIGH oft noch ruhiger klingt als PÄRT, ist es umso erstaunlicher, welche emotionale Wucht seine wenigen Töne schon beim ersten Hören hervorrufen. Schlafwandeln durch – da das Thema ohnehin 'Psalmen' sind, klingt das Wort 'himmlisch' nicht ganz so kitschig – himmlische Sphären. Hinreißend!

 
Michael We. für nonpop.de


Verweise zum Artikel:
» Label
» PARVOART @ myspace
» CEALLAIGH @ last.fm
» CEALLAIGH-Homepage
» alle Psalmen im Volltext


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Zusammenfassung
Wenige Töne, oft noch ruhiger als PÄRT, aber voller emotionaler Wucht. Die drei Tracks spüren der Stimmung dreier Psalmen nach, ein Schlafwandeln durch himmlische Sphären. Zart und weich wie Milchglas, einfach hinreißend!

Inhalt
parvo 009

117 - 9:07
022 - 6:01
139 - 9:44
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DUNCAN Ó CEALLAIGH
 
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