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Michael We.

ANTRABATA: Dark & Bright

... our so-called joy of life ...


ANTRABATA: Dark & Bright
Genre: Trip Hop
Verlag: Prikosnovénie
Medium: CD
Preis: ~14,00 €
Kaufen bei: Prikosnovénie


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Dieser Artikel wurde in der ANTRABATA">NONPOP-Hörschau Nr. 27 mit Audiobeispielen vertont!

Viel hat sich nicht geändert seit dem Debütalbum, und das ist ein großes Kompliment für ANTRABATA. Die Band aus Paris ist nach wie vor sympathisch zurückhaltend und geizt mit persönlichen Infos. Neben der gebürtigen Niederländerin FEMKE LAVRIJSSEN mit der alles überragenden Stimme, der Flötistin DELPHINE DELAHAYE und RÉGIS AUBERT – zuständig für den Rest – gehört inzwischen noch der ebenfalls in der französischen Hauptstadt lebende Jazzdrummer RAVI BALLE zur Besetzung. Vielleicht sorgt er für den 'Flow', die Homogenität, welche dieses zweite Album nach "Elephant Reveries" (2007, NONPOP-Besprechung antrabata">hier) auszeichnet. Zwar war schon besagter Erstling ein beeindruckendes Werk zwischen MORCHEEBA und JETHRO TULL, ganz ohne Bewerbung ein Überraschungserfolg für das französische Label PRIKOSNOVÉNIE. Aber "Dark & Bright" ist noch ein Stückchen stärker, vor allem weil es auf zu ausufernde Spielereien verzichtet.

Das sich langsam wiederholende 'Pling' zum Einstieg gibt die Richtung vor: Es ähnelt dem Sonar eines Schiffes, welches – das wird wenige Sekunden später nach den ersten Takten Musik klar – dezent beschleunigt und auf die Einsamkeit, Verlorenheit und Melancholie des offenen Meeres hinaussteuert. Die Langsamkeit von ANTRABATA, das Trip Hop-Feeling ist geblieben. Ebenso zieht die samtige, schmeichelnde Stimme den Hörer sofort wieder in ihren Bann. Auch die Prog-Folk-Flöte hält Stellung, Sitar und Trompete dagegen sind verschwunden. FEMKE LAVRIJSSEN erzählt wehmütige Geschichten von Menschen auf der Flucht, von verlorenen Freundschaften. Sie hat es nicht leicht im Leben, man hört das auch in den Texten ("... we need no-one ..." oder "... our so-called joy of life ..." zum Beispiel).
Ein Geräusch, der Loop eines Instruments bildet oft Anfang und Ende der Tracks, mittig zelebriert DELPHINE DELAHAYE eruptiv ihre Flötensoli, ein elementarer Bestandteil zwischen der Dark Wave-Stimme und dem Trip Hop-Rhythmus. Die Percussion begleitet gedämpft, weich, wie aus beträchtlicher Entfernung. Frontfrau LAVRIJSSEN zeigt sich dieses Mal wandlungsfähig, wird während "Chameleon Of Today" zur Diva in einer Räuberkneipe, das Organ soulig und etwas lauter auf dem Weg zu einem BOND-Titelsong. Mit Rhodes-Piano und einem stillen, wie in Watte gepackten Rhythmus dagegen ("Dark And Bright) könnten manche Songs auch von einem träumenden CURTIS MAYFIELD stammen. Ein Album ohne Schwachstellen, etwas aus dem Rahmen fällt höchstens das orientalische Instrumental genau in der Mitte, das vermutlich als Trenner zwischen den beiden Teilen "Dark" und "Bright" fungieren soll, denn anschließend sind die Stücke weniger wehmütig. Es schleichen sich Passagen mit beinahe kitschig zu nennenden Streichern oder einer scheppernden E-Gitarre ein, das Album wirkt nicht mehr so aus einem Guss wie während der ersten Lieder. Am Ende steht aber wieder über allem: die Stimme, sich im letzten Song in sich selbst auflösend ("... is anyone with anyone at all ...").

Traumhafte 4AD-Stimmung, Dark Wave, Trip Hop und Prog-Folk; all diese Bestandteile münden noch stärker als beim Vorgänger in eine wunderbar nächtlich-verregnete Atmosphäre. Zum aus dem Fenster schauen und über die Welt nachdenken.

 
Michael We. für nonpop.de


Verweise zum Artikel:
» ANTRABATA @ last.fm


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Zusammenfassung
Samtige Stimme und Flötensoli sind die Markenzeichen der Franzosen. Musikalisch zwischen traumhafter 4AD-Stimmung, Dark Wave, Trip Hop und Prog-Folk. All diese Bestandteile münden noch stärker als beim Vorgänger in eine wunderbar nächtlich-verregnete Atmosphäre.

Inhalt
01 Echoes
02 Toward The Dark
03 Chameleon Of Today
04 Dark And Bright
05 Copy And Paste
06 We Rise
07 Fight Your Dragon
08 One Day After
09 Knowing A Smile
10 What If
11 Homesick
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