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Tony F.

ORDO ROSARIUS EQUILIBRIO: Onani

[Practice Makes Perfect]


ORDO ROSARIUS EQUILIBRIO: Onani
Genre: Neoklassik-Pop
Verlag: Cold Meat
Vertrieb: Broken Silence
Erscheinungsdatum:
Februar 2009
Medium: CD
Preis: ~14,00 €
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Dieser Artikel wurde mit Musikbeispielen in der NONPOP-Hörschau Nr. 19 vertont!

Verzögerungen bei Veröffentlichungen sind heutzutage ja anscheinend der Normalfall. Deshalb war es auch nicht verwunderlich, dass das bereits für den September letzten Jahres einmal angekündigte neue Album von ORDO ROSARIUS EQUILIBRIO erst – je nach Art des Tonträgers verteilt vom Dezember des letzten Jahres bis Februar dieses Jahres – einige Monate später erschienen ist. Somit liegt etwas über ein Jahr nach dem letzten Vinyl-Lebenszeichen „Four“, das soweit ich weiß auf dem Maschinenfest 2007 erstmalig zu haben war, und nach dem 2006er „Apocalips“-Album wieder ein neues Werk vor, das auf den Namen „Onani [Practice Makes Perfect]“ hört. Natürlich waren sexuelle Thematiken seit jeher ein wichtiger Bestandteil des Schaffens von TOMAS PETTERSSON und auch dieses Album durchziehen entsprechende Texte und Samples; allerdings wirkt dieser Albumtitel auf mich doch etwas sehr direkt und plakativ. Sei's drum.

Die spannende Frage im Vorfeld war für mich aber vielmehr, wie sich der Sound der Schweden weiter entwickeln würde. „Apocalips“ geriet ja schon recht poppig, hatte aber trotzdem einige druckvolle und eingängige Stücke zu bieten. „Four“ hingegen wusste auch durch Klanganleihen an ältere Werke der Band zu gefallen. Letztendlich orientiert sich „Onani [Practice Makes Perfect]“ an der poppigen Ausrichtung von „Apocalips“ oder auch an einem Stück wie „Singing For The Angel Of The East“ von der „Four“, wobei man anmerken muss, dass der Druck noch weiter aus der Musik herausgenommen wurde. Die Perkussion wird nicht mehr so vordergründig eingesetzt. Der typische Sprechgesang tritt zugunsten des Gesangs weiter in den Hintergrund und die eingesetzten Drum-Computer-Klänge runden die Musik auch eher ab als Ecken und Kanten zu befördern. Mein erster Eindruck war tatsächlich, dass man langsam achtgeben muss, dass es nicht einfach nur seicht wird – will heißen: Nötige Ecken und Kanten sind nicht wirklich oder zu wenig vorhanden. Ganz so überraschend kommt das für den geneigten Hörer allerdings nicht, können dem einen oder anderen doch einige Titel schon zu Gehör gekommen sein. Neben dem Eröffnungsstück „Glory To Thee, My Beloved Masturbator“, das unter dem Titel „Masturbate“ als Instrumentalversion bereits vom Maschinenfest-Sampler 2007 bekannt ist und das auf dem Album zusätzlich mit einem Refrain aufwartet, wurde zudem das bereits vom „Compiled: 5 Years Of Operation Mindfuck“-Sampler bekannte „Forgive Me, I Am Not Satan; I Am Mary Just Like You“ verwendet. „Can You Hear The Devils Laughing? (Or Is It Just Me)“ und „I WILL; Even After The Flowers Are Gone“ wurden außerdem bereits im letzten Jahr live vorgestellt.

Letztlich lebt das Album, das vom Klang her sehr ausgefeilt und tief daherkommt, von der melancholischen, dichten bis – zum Titel passenden – schwülen Atmosphäre. Der organische Klang aus akustischen Gitarren, Bass, Piano, Trompeten und Perkussion wird mit Glockenklängen, Chören und Drum-Computer Sounds angereichert. Prägendes Element bleibt natürlich zudem TOMAS PETTERSSONs Stimme. Nicht abstreiten kann man im Grunde, dass ihm wieder einmal eindrucksvolle Stücke gelungen sind. Beginnt das Album noch etwas zurückhaltend, so findet sich der erste Höhepunkt mit dem hypnotischen und düsteren „Can You Hear The Devils Laughing? (Or Is It Just Me)“. Auch das wunderschöne „The Love And Defiance Of Being Alive“ überzeugt. “CUM, And Let Me Lead You Far Astray” fällt dann mit seiner erhabenen Trompetenmelodie sogar etwas flotter aus und erinnert von daher am deutlichsten an das letzte Album. „I WILL; Even After The Flowers Are Gone“ – ein wunderbar melodiöser und melancholischer Song und mein persönlicher Favorit – beschließt das Album an zweitletzter Position dann im Grunde, bevor das drückende, eher experimentell gehaltene, aber groovende „Confessions Of A Sinflower“ den Schlusspunkt setzt.

„Onani [Practice Makes Perfect]“ ist ein Album, das sich aus meiner Sicht erst einmal setzen muss. Experimente darf man nicht erwarten und die etwas ruhigere Herangehensweise überrascht vielleicht zunächst. Aber nach und nach zeigen sich die interessanten musikalischen Momente. Ein, zwei Stücke sind mir allerdings auch schon etwas arg seicht geraten. Hier hätte der Klang dann doch gerne etwas rauer ausfallen können, und ich hoffe ernsthaft, dass damit der Pop so langsam genug ausgelotet wurde. Zweifellos sind ORDO ROSARIUS EQUILIBRIO aber wieder einige hervorragende Stücke gelungen, die einfach diese für die Band typische Eingängigkeit und Atmosphäre aufweisen.

Für die Zukunft ist allerdings auch noch Einiges zu erwarten. Im September dieses Jahres soll auf RAUBBAU bereits ein neues Album namens „Songs 4 Hate & Devotion“ erscheinen, das nach TOMAS' Aussage erheblich anders klingen soll, als die aktuelle Veröffentlichung. Zudem steht ja immer noch der nächste Schritt der Zusammenarbeit mit TRIARII aus. Langeweile wird bezüglich ORDO ROSARIUS EQUILIBRIO also auch in den nächsten Monaten nicht aufkommen.


 
Tony F. für nonpop.de


Verweise zum Artikel:
» Bandhomepage
» ORE @ Myspace

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Zusammenfassung
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Inhalt
Glory To Thee, My Beloved Masturbator
[Remember] What you Sow Is What You Reap
Can You Hear The Devils Laughing? (Or Is It Just Me)
The Love And Defiance Of Being Alive
Let Me Show You, All The Secrets Of The Torture Garden
Too Late For Innocence, Too Late For Regret (Four Hands Please Better Than Two)
Forgive Me, I Am Not Satan; I Am Mary Just Like You
CUM, And Let Me Lead You Far Astray
Amore Rosso, Amore Marrone, Amore Nero (Il Waltzer Del Lupo Mannaro)
I WILL; Even After The Flowers Are Gone
Confessions Of A Sinflower
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