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Claudia K.

BRACHIAL PALSY: Control and Paralysis

Circular psychosis


BRACHIAL PALSY: Control and Paralysis
Genre: Dark Ambient
Verlag: Eternal Soul
Vertrieb: Dark Vinyl
Medium: CD
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"Brachial palsy is a paralysis or weakness of the arm caused by damage to the brachial plexus (the collection of nerves around the shoulder). Brachial nerve injuries can occur during a difficult delivery. For example, it can occur if the infant's head and neck are pulled toward the side as the shoulders pass through the birth canal."


Der Wind hat mir ein Lied erzählt
... Aus Leipzig stammt das Einmannprojekt BRACHIAL PALSY, dessen Bestreiter bereits im Jahre 2003 mit seinem Noiseprojekt LA COMUNIDAD auf sich aufmerksam machen konnte. Da mir sein Vergängerprojekt wenigstens musikalisch absolut unbekannt ist, bedarf es an dieser Stelle auch keiner Ausflüge in die Vergangenheit des Künstlers und ich kann mich sofort diesem Silberling widmen, welcher just bei ETERNAL SOUL RECORDS erschienen ist. Wer mit ES-Tonträgern einigermaßen vertraut ist, weiß, dass es sich meist um atmosphärisch dichte, teilweise martialische, sehr häufig düstere Klangcollagen und Kompositionen handelt. So verwundert es kaum, dass das Output von BRACHIAL PALSY mit dem Titel „Control & Paralysis“ irgendwo zwischen experimenteller Elektronik, Drones und Dark Ambient anzusiedeln ist. Das Ganze klingt im Jahre 2007 natürlich nicht sonderlich spannend, doch ehe die übersättigten Anhänger experimentell-düsterer Soundkulissen bereits abschalten, hier ein paar aufmunternde Worte. Denn BRACHIAL PALSY weiß mit seinen Kompositionen durchaus zu überzeugen, da die oben genannten stilistischen Anteile durch ihre gekonnte Kombination mehr als nur allseits bekannte Ambientteppiche erzeugen. Viel eher wird hier ein beinahe meditativer Charakter erreicht, was sowohl in den einzelnen Songs, als auch im Output als Gesamtheit vernehmbar ist. Zwischen melodischen Fragmenten und einigen Sprachsamples tauchen immer wieder minimalistische Rhythmusstrukturen auf, welche teilweise technoid chillig, teilweise elektronisch rituell die komplexen Kompositionen ergänzen und somit immer für einen gewissen Drive sorgen, ohne dabei der Musik die Spannung und die bedrohlichen, manchmal fast etwas psychotischen Momente zu stehlen. Ebenso finden sich einige noisige Elemente und Klangfetzen, welche die Gesamtatmosphäre auf eigene Art und Weise zu intensivieren wissen.
Anspieltipps braucht es an dieser Stelle eigentlich keine, da das Album einerseits als Gesamtwerk betrachtet werden kann und es auch keine Ausfälle gibt, was bei einer unerhörten Spielzeit von 72 Minuten (zwölf Songs mit stimmungsvollen Titeln überwiegend aus dem Bereich der Medizin) fast schon verwunderlich ist. Musikalische Vergleiche zu ziehen, fällt mir an dieser Stelle ziemlich schwer, da BRACHIAL PALSY durchaus einen eigenständigen Weg geht. Zwar wird das Rad nicht neu erfunden (nein, auch hier nicht), doch das Projekt weiß mit seinem Stil durchaus zu überzeugen: Vielschichtigkeit, Ideenreichtum und eine gehörige Portion schlüssiger Experimentierfreude machen diesen Tonträger zu einem echten Tipp. Etwas enttäuschend für ETERNAL SOUL-Verhältnisse ist die einfache Jewelcase-Verpackung; hier hätte ein wenig mehr Aufwand in Sachen Verpackung der Musik den passenden Rahmen verliehen. Doch das ist letztendlich Geschmackssache und soll insgesamt kein schwerwiegender Kritikpunkt für diese Publikation sein. In diesem Sinne: Empfehlung! 

Kontakt: johnbirch@web.de

 
Claudia K. für nonpop.de


Verweise zum Artikel:
» Eternal Soul
» Dark Vinyl
» Hörproben


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Zusammenfassung
Auch hier kein neuerfundenes Rad, aber mit seiner Mischung aus experimenteller Elektronik, Drones und Dark Ambient mit elektronisch rituellen sowie teilweise fast technoid chilligen Strukturen erschaft BRACHIAL PALSY auf "Control and Paralysis" eine ganz eigene Atmosphäre.

Inhalt
01 Zone
02 DocumentN
03 Accidental error
04 Insanity
05 Nerv
06 Plexus
07 Circular psychosis
08 Epiphyse
09 Palsy
10 StrumA
11 Parese
12 Enzym
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