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SUBAUDITION: The Scope


SUBAUDITION: The Scope
Genre: Post-Pop
Verlag: Auerbach...
Vertrieb: Prophecy
Medium: CD
Preis: ~12,00 €
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Keine Frage, "The Scope", das Debut des vermutlich noch recht jungen, finnischen Duos SUBAUDITION, vereint auf den ersten Blick alles, was ihre Plattenfirma AUERBACH/PROPHECY ausmacht: "Eerie emotional music". Dabei platziert man sich geschickt zwischen der naturmystischen Melancholie der Landsmänner TENHI und dem Independent-Ansatz der ehemaligen AUTUMNBLAZE (mittlerweile SIDEWAYTOWN). Will sagen: Folkige Elemente sind ebenso vorhanden wie dezente (und leise) Ausflüge in den Post-Rock. Laute E-Gitarren sucht man aber vergeblich, es sind die Arrangements, die, mitunter in Verbindung mit knopfleresken Gitarrenläufen, den Hintergrund der Musiker ANTTI KORPINEN und ROOPE NIEMELÄ durchschimmern lassen. Diese geben als Inspiration in Interviews gerne zwei Namen an: PINK FLOYD und SIGUR RÒS. Hier liegt aber auch schon die Crux: SUBAUDITION können diese Vergleiche schlicht (noch) nicht halten. Gut, die Konfrontation mögen sie gar nicht gesucht haben und überhaupt sind ihre Elaborate emotionaler Tonkunst ganz anders, weil akkustischer, spartanischer und ruhiger ausgefallen. Und dennoch: Zu flach sind die Kompositionen, die mitunter sogar recht plakativ wirken. Etwa wenn es besonders emotional wirken soll und ANTTI KORPINEN (beispielsweise in "Blinking in the piers") sein Organ in bester JÒNSI-Manier bemüht, nur daß das erwünschte Ergebnis ausbleibt und der Versuch fast zur Parodie verkommt. Da mutet die eigene Namenswahl, die auf eine vorgebliche Subtilität und Mehrdeutbarkeit SUBAUDITIONs hinweisen soll, schon reichlich verwunderlich an. Die Musik gleicht sich hier der gradlinigen und offenen Pennälerlyrik an; einfache, aus Naturbeobachtungen hergestellte Vergleiche und Assoziationsketten.

Also alles nur schlecht zusammengeklaut? Nein, auf keinen Fall! SUBAUDITION lassen bereits eine Menge Potential erkennen. Wenn etwa auf "A golden staircase" Gastmusiker MIKKO SAARI seine Hammondorgel bemüht und dieses gewisse Siebziger Jahre-Gefühl zaubert oder in "Godspeed", dem letzten Lied, noch mal alle Einflüße und Stärken zu einem überzeugenden Ganzen und furiosen Finale vereint werden. Dennoch, ich bleibe dabei: Der Plattenvertrag ist SUBAUDITION ein paar Monate zu früh ins Haus geflattert. Daß sich dieses Projekt aber noch entwickeln und mit dem zweiten Album ein ganz anderes Kaliber auffahren wird, steht indes außer Diskussion.

 
für nonpop.de


Verweise zum Artikel:
» Subaudition
» Prophecy


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Zusammenfassung
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Positiv aufgefallen
Mit SUBAUDITION hat sich Auerbach/Prophecy ein junges Projekt mit viel Potential ins Boot geholt, wie "The Scope" beweist.

Negativ aufgefallen
Noch gelingt es den beiden jungen Künstlern nicht, die eigenen Ideen adäquat umzusetzen und sich überzeugend von den Vorbildern zu emanzipieren.

Inhalt
I. Raindrops
II. The blue light
III. No angel
IV. Blinking in the piers
V. Moods through spirals
VI. A golden staircase
VII. Fractures
VIII. Counterwise
IX. Godspeed
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