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Korpses Katatonik - Sensitive ...

Sensitive liberated autistiks Tape


Korpses Katatonik - Sensitive ...
Genre: Ritual
Verlag: Nekrophile...
Erstellt: 16.02.2006
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Korpses Katatonik - Sensitive liberated autistiks Tape/CD (Nekrophile Records/Staalplaat 1982)

Kurz nach der Gründung des kultigen Nekrophile Records im Jahre 1982 publizierte der Label- Inhaber Michael DeWitt das Tape seines Soloprojektes Korpses Katatonik „Sensitive liberated autistiks“, welches später auch als CD bei Staalplaat unter dem Namen „Subklinikal leukotomy aphrenia spasmophilik lyssophobo asphyxia sinister lethal anorex“ erhältlich war.

Wie diese Vorbilder vertrat auch Nekrophile Rekords in dieser Anfangsphase eine Philosophie, die in der Beschäftigung mit dem Abnormen, sei es in Form von Geisteskrankheit, Gewaltverbrechen, sexueller Devianz oder der Faszination des Todes einen Schlüssel zur Dekodierung repressiver Informationsstrategien sah und diese so als subversive Technik zur individuellen Befreiung von vorgegebenen Denkstrukturen und psychosozialen Unterdrückungsmechanismen betrachtete. (Zitat: http://www.ananael.at/dewitt/nekrophile.htm)

Nebst Korpses Katatonik erschien auf dem Label wohl einiges an den wichtigsten und besten Veröffentlichungen in den 80iger Jahren überhaupt, hier sind Projekte wie Lashtal („Thoum Aesh Neith“ Tape/CD), Ain Soph (Ars Regia Tape/CD), Genesis P-Orridge & Stan Bingo („What`s history“ Tape/CD), Zos Kja & Coil („Transparent“ Tape), Metgumbnerbone (wenngleich die Planung des „For the raven“ Tapes nie umgesetzt wurde, das Tape kursiert nur in kleinsten Kreisen) und natürlich Zero Kama („The Secret Eye of L.A.Y.L.A.H.“ Tape, Nachfolge Projekt von Korpses Katatonik, ebenfalls DeWitt) zu nennen, die maßgeblich die Label Qualität und die musikalischen/thematischen Inhalte geprägt haben. Kurzum, genannte Veröffentlichungen gehören eigentlich in jede Sammlung, gleich ob als Original Tape oder als Re-Release.

Korpses Katatoniks musikalische Umschreibung geht mit dem Namen des Projekts und dessen Bedeutung eigentlich konform. Katatonie ist ein Symptom der schizophrenen Psychose und geht mit Störungen der Motorik im Sinne von Bewegungsanomalien einher. Katatonie bezeichnet ein Spannungsirrsein, das von Muskel-, Schluck- und Sprachbeschwerden begleitet wird. Seelische Symptome sind Gleichgültigkeit, Halluzinationen und ein allgemeiner Negativismus. Nun möge sich der geneigte Leser/Hörer diese Definitition einfach in musikalischer Ausdrucksweise vorstellen. Und hierbei gehört das rituell- industrielle „Sensitive liberated autistiks“ Album wohl mit zu den finstersten Publikationen überhaupt, Korpses Katatoniks Geräuschkulissen sind eine Art Soundtrack oder klangliche Untermalung für pathologische Untersuchungen, dabei bohren sich diverse Frequenzen und verdächtig- schauerliche Geräusche in das Gehör , die auch anhalten, wenn die Musik schon verhallt ist. Psychotische Sphären, die zwar schlicht, sich aber enorm intensiv in den Schädel des Zuhörers bohren. Zu den teilweise rhythmisch rituellen Strukturen gesellen sich herrliche Sampleeinlagen und wirre Schreie, die diesen Höllentrip zu einem unvergleichlichen Spektakel ansteigen lassen. Hier gibt es Grenzverletzungen und Vorstöße in andere Bewusstseinssphären, die ihresgleichen suchen. Korpses Katatonik zeigt, wie man Krankheit erfahren kann. Einmalig! 

Im Weltnetz gibt es übrigens noch ein lustiges Interview mit Korpses Katatonik/Zero Kama Aktivist DeWitt zu lesen (Unsound Magazin 1985), Interessierte folgen bitte dem Link im Anhang dieser Rezension.


 
für nonpop.de


Verweise zum Artikel:
» Nekrophile Records (Historie)
» Interview mit DeWitt
» Staalplaat Label


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Zusammenfassung
Hier gibt es Grenzverletzungen und Vorstöße in andere Bewusstseinssphären, die ihresgleichen suchen. Korpses Katatonik zeigt, wie man Krankheit erfahren kann. Einmalig!

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Inhalt
01 Shatok
02 Schmertzlabor
03 Enzephallik Mortuor
04 Nekom
05 Kcok Transzplant
06 Kaltfleisch Corporor
07 Skarzisko
08 Okzipital Slash
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