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23-03-2002, 12:47 | Archivar

'Von Neofolk distanzieren'

"Neofolk gehört nicht zur Darkwaveszene, Neofolk ist eine rechtsradikal geprägte Musikrichtung"
Autor: Administrator

Sehr geehrte Damen und Herren, werte Freunde des Neofolks,

„Darkwave und die Verbindungen zum Rechtsradikalismus" lautete der Titel einer Vortragsveranstaltung in der Villa- Leipzig.
Es fällt schwer in Worte zu fassen, wie während dieses Vortrages in geballter Form an Voreingenommenheit, Lügen, bewußt verschwiegener Tatsachen und latenter Unwissendheit, über Neofolk und dessen Hörerschaft berichtet wurde.

Eine schwacher Trost bleibt dennoch, Sie dürfen davon ausgehen, daß die aufgestellten Behauptungen größtenteils schlichtweg falsch waren und während der anschließenden Diskussionsrunde von anwesenden Gästen relativiert, bzw. widerlegt worden sind.

Bereits das Eröffnungsstatement der Referentin Solveig Prass (Eltern- und Betroffeneninitiative Sachsen, Lessingstraße 7, in 04109 Leipzig. Tel.: 0341- 689 1590) offenbarte die wahre Intention und das vermutliche Ziel des Vortrages „Neofolk gehört nicht zur Darkwaveszene, Neofolk ist eine rechtsradikal geprägte Musikrichtung" (sinngemäß wiedergegeben).
Die geringe Teilnehmerzahl von 30 Leuten, mit Personal, wurde wegen des gleichzeiten Konzertes des „Panikpanther- Rockers" Udo Lindenberg begründet: „Wir wären ja selbst gerne dort gewesen". (Anm. fand allerdings erst zwei Tage später statt)

Neben lautstarken Forderungen, daß man sich als Anhänger der Gothicszene von Neofolk distanzieren muß (laut Mitschrift des Vortrages), wurde die Arbeit der „Grufties gegen Rechts" als „gewissenhaft und gut recherchiert" bewertet.

Die Fachkompetenz der Autorin darf ernsthaft in Frage gestellt werden. Ihre Argumentationsweise gleicht nahezu der, der von den Grufties gegen Rechts herausgegebenen Broschüre „Die Geister die ich rief" und stützte sich wesentlich nur auf halbherzige Recherchen im Internet.
Als die Referentin im Anschluß an ihren Vortrag darauf hingewiesen wurde, daß eine Lüge, wiederholt man sie auch zum fünften mal, dadurch nicht wahrer wird und es zur Bildung einer Meinung immer zwei Seiten der Medaille zu betrachten gilt, konnte sie nur noch, scheinbar erschrocken über den Widerstand, mit dem Kopf nicken.

Frau Prass rühmte sich damit, gemeinsam mit ihren Sozialarbeitern eine Art Schwarze Liste von Bands für das kommende Wave & Gotik- Treffen in Leipzig aufgestellt zu haben. Auf dieser Liste befinden sich Gruppen wie Forseti, Feindflug oder Stalingrad (Kirlian Kamera Nebenprojekt). Die List(e) wurde angefertigt, um sie dem Verfassungsschutz, dem Staatsschutz, dem Ordnungsamt und anderen relevanten Behörden zur Prüfung vorzulegen. Wer sich nicht einmal inhaltlich mit den betroffenen Bands auseinander gesetzt hat (sonst würde Frau Prass wissen, daß Forseti nach einem Gerichtsentscheid eine als nicht rechtsorientiert einzustufende Band ist), bräuchte sie sich nicht den Vorwurf der unfairen Berichterstattung gefallen lassen. Hier offenbaren sich Vermutungen, der Methoden, der selbsternannten Neofolkgegner: Denunzieren- Verleumden- Verdrängen.

Markus Müller, Sandiego Leipzig (Moritzbastei), geht sogar soweit zu behaupten, daß Leute, die auf Neofolkkonzerten fotografiert wurden, bald in der Zeitung vorgeführt werden (er scheint sich der rechtlichen Konsequenzen eines solchen Vorgehens nicht bewußt zu sein).
Abschließend wurde sinngemäß der Satz geprägt: „Um die Demokratie zu schützen, müssen die Toleranten intolerant den Intoleranten gegenüber sein". Fraglich wer die Intoleranten sind.

Passend hierzu auch die offizielle Erklärung zum Rausschmiß der Neofolk- DJ's aus der Villa (Anm.: Scheinbar wissend um die Tatsache, daß wir die Erklärung verlinkten, wurde diese nun komplett aus dem Netzangebot der Villa entfernt).

BUT WHAT ENDS WHEN THE SYMBOLS SHATTER?

Sein Sie standhaft, bewahren wenigstens Sie den Mut und reden Sie mit den Menschen, zeigen Sie, daß die Musik nicht das ist, zu dem sie von manchen gemacht wird. //Enrico und Christian



Frau Prass (mit Deutschlandfahne) auf einer Mini Demo gegen die Scientology in Berlin


(Quelle: http://alley.ethercat.com/pickets/pr1297a.htm © Tilman Hausherr



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