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Michael We.

FRÄKMÜNDT - Reise durch die Schweiz

Interview mit der Urklangkapelle


FRÄKMÜNDT - Reise durch die Schweiz
Kategorie: Spezial
Wörter: 671
Erstellt: 11.08.2010
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Ihr verzichtet weitgehend auf das humorige Element, wie es zum Beispiel bei STURMPERCHT zu finden ist, und klingt ernsthafter, uriger. Eine bewusste Entscheidung?

Wir verzichten eigentlich nicht auf Humor. Das letzte Lied unseres Erstlings ist zum Beispiel durchaus ein Spaßlied. Eine Gaudikapelle sind wir deswegen nicht, aber in Sagen, Legenden und Volksliedern ging es schon seit jeher ab und an auch einmal lustig zu. Ernsthafte und ehrliche Musik zu machen, muss ja nicht gleich heißen, dass man keinen Spaß versteht und ab und an auch mit einfließen lässt.
Warum STURMPERCHT immer als so humorvoll gesehen wird, ist mir zudem ein Rätsel. Die Mehrzahl der Lieder ist eigentlich nicht wirklich spaßig (vgl. "Der Tränenkrug", "Wallfahrt", "Weißt du wohin wir ziehn" usw.).

Wenn Ihr seht, wie die Menschen mit solchen einmaligen Lebensräumen wie den Alpen umgehen (Skigebiete, Gletscherschmelze durch Klimawandel etc.) – was bewirkt das in Euch?

Einerseits sind mir die ursprünglich gebliebenen Gebiete der innerschweizer Region natürlich die liebsten. Andererseits kann man nicht erwarten, dass die Bewohner dieser Gegenden in alle Ewigkeit von der Viehwirtschaft leben, nur weil es so schön nostalgisch ist.
Ich verstehe also durchaus, dass man auch entlegene Gebiete irgendwie lukrativ gestalten muss, damit überhaupt noch Leute vor Ort einen Lebensunterhalt haben und so zumindest einige Lebens- und Eigenarten beibehalten werden können. Gerade in der Schweiz versucht man das aber recht nachhaltig und überlegt anzugehen. So gibt es sicher viele Skigebiete, aber sie werden nicht einfach rücksichtslos in die Natur gesprengt. Die sinnvollste Lösung aus meiner Warte ist ein sanfter, nachhaltiger Tourismus, zum Beispiel die Verknüpfung von landwirtschaftlichen Betrieben mit Familienurlauben. So bleibt sowohl der über Generationen gewachsene Betrieb, als auch die Lebensgrundlage für die Bauern erhalten. Dies sollte vor allem in den Regionen angestrebt werden, die noch ursprünglich geblieben sind und gerade daher einen Reiz auf Besucher ausüben. Auch die Produktion traditioneller Qualitätsprodukte (Alpkäse, Trockenfleisch), dürfte sich aber, richtig an die Leute gebracht, auch weiterhin lohnen.
Klimawandel und Gletscherschmelze halte ich für überbewertet. Das Klima wandelt sich, das tat es schon, bevor es überhaupt Menschen gab. Gletscher wachsen und schrumpfen seit eh und je. Wären sie vor ein paar tausend Jahren nicht geschrumpft, würden wir auf einer Eisdecke sitzen.

Würde es für FRÄKMÜNDT eine Bedeutung haben, wenn die Schweiz der EU beitritt – oder ist Euch das völlig wurscht?

Ich persönlich halte es für keine gute Idee, der EU beizutreten. Die EU ist in erster Linie ein Wirtschaftsverband ohne ein höheres Ideal, welches die teilnehmenden Staaten verbindet. Als Mitglied der Union müsste die Schweiz viele direktdemokratische Elemente zugunsten eines zentralen Verwaltungsapparates abbauen, was ich nicht für sinnvoll halte, zumal kaum Vorteile für ein kleines Land mit sehr hohem Standard daraus erwachsen.

Welchen Tipp habt Ihr für Leser, die sich näher mit der Schweizer Sagenwelt befassen wollen? Eine bestimmte Landschaft, ein bestimmtes Buch?

Als Einstiegsbuch für Schweizer Sagen ist sicher MEINRAD LIENERTs "Schweizer Sagen und Heldengeschichten" zu empfehlen. Ansonsten gibt es zahllose, meist regionale Sagensammlungen in kleineren Auflagen, welche sich in Antiquariaten oder mit etwas Glück als elektronisch verfügbares Buch aufstöbern lassen.
Was die Landschaft angeht, empfehle ich eine Reise entlang dem Alpenkamm von Graubünden bis an den Genfersee, was bequem mit dem Zug machbar ist. Man gelangt so durch viele typische, eigenständige Regionen (allein vier Sprachregionen) und das in zwei bis drei Tagen. Stationen wären etwa: Scuol-Tarasp, Andermatt, Brig und Lausanne). Auch eine schlichte Ausfahrt mit dem Auto über diverse Alpenpässe führt einen vorbei an vielen ursprünglichen Orten und Sehenswürdigkeiten, unter anderem an der Teufelsbrücke am Gotthardpass, welche auch auf "Urbärglieder" besungen wird.
Wer die Landschaft von Nahem erleben will, sollte das gigantische Wanderwegnetz ausnutzen. Eine Empfehlung ist sicherlich eine Wanderung um den Göscheneralpsee oder auf den Pilatus vom Eigenthal aus. Auf der Seite des Schweizerischen Alpenclubs finden sich zudem sämtliche Berghütten mit Wegbeschrieb zur und rund um die Hütten, die meist in sehr schönen alpinen Gegenden liegen.

Vielen Dank für das Interview!


 
Michael We. für nonpop.de


Verweise zum Artikel:
» FRÄKMÜNDT @ myspace
» FRÄKMÜNDT @ last.fm

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