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VULGAR FASHION: s.t.


VULGAR FASHION: s.t.
Genre: Synthiepop
Verlag: Handmade Birds
Medium: Vinyl 10''
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Das Duo VULGAR FASHION, bestehend aus JULIE MCKENRICK und ANDREW MICHAEL alias KUBIC ZIRCONIA und LE CHAUFFEUR oder SLUSH, stammt aus Denton in Texas, also aus dem Süden der USA, der ja in unseren Breitengraden sicher nicht für Weltoffenheit und Experimentierfreudigkeit bekannt ist, sondern eher für das Gegenteil, für eine konservativ christliche Sicht auf die Dinge, für Waffen, der Angst vor Überfremdung durch mexikanische Einwanderer usw. usf. Doch da gibt es auch diese zwei Leute, die sich so anhören, als kämen sie beispielsweise aus New York oder einer anderen Großstadt, die ihren Einwohnern Möglichkeiten offen lässt, sich zu entfalten und auszuprobieren … Nun, vielleicht gibt es das ja, das richtige im falschen Leben. Wer weiß? Auf jeden Fall wollen beide aus Denton in Texas nicht in eine andere Stadt. Möglicherweise weil sie gerade dort etwas, zumindest musikalisch, verändern wollen, wo es am notwendigsten ist. Wenn das so sein sollte, verdient das Respekt.

Die nun erste Veröffentlichung des als Death-Synth bezeichneten Duos ist auf HANDMADE BIRDS erschienen. Es geht den DIY-Sound-Weg, und zwar mit Popappeal, vergleichbar vielleicht mit TELEPATHE, auch einem Duo, aus, eben, New York – nur etwas clashiger und trashiger. Produziert wurde das Ganze von COLIN MARSTON, der einigen als Produzent von JARBOE bekannt sein dürfte, selbst aber eher im Metal sein Zuhause hat. Doch kommen wir zur Musik. Die 10inch Debüt-EP beginnt mit "Krystal Liez", einem Titel, der leicht und doch dunkel angehaucht daherkommt. Man schwimmt regelrecht darin, ahnt nach den ersten Minuten jedoch schon, was musikalisch darauf folgen wird: Einfache mit einer alten Drum-Machine auf eins gesetzte Beats und Synthesizer, deren Melodielinien sich in mittleren Hallräumen verlaufen, eine ebenfalls leicht verhallte, teils sanft, teils leicht aggressiv klingende Stimme, die vor den einfachen, plastikartigen Sounds steht, mal haucht und mal schreit. Das geht in die Beine, erinnert jedoch irgendwie unheimlich stark an die 1980er Jahre. So geht es auch weiter. Der zweite Titel: "Golden Showers" hätte z.B. gut aus der Feder von OMD oder irgendeiner Elektro-Pop-Band der 80er Jahre stammen können. Das heißt, Retro wäre hier wohl das passende Wort. "Nite Yacht" schließt nahtlos daran an. Diesem Titel steht ein Analog-Synthesizer vor, der vom Sound und seiner Spielart stark an GARY NUMANs "Are Friends Electric?" erinnert, allerdings wesentlich voller produziert worden ist. Titel vier, "Pact With The Devil", lässt dann allerdings ein helles Licht aufleuchten. Hier kann man hören, oder zumindest erahnen, warum VULGAR FASHION für ihre Live-Darbietungen, berüchtigt sein sollen. Mit dem letzten Titel: "Krystal Tears" wird dieses Licht jedoch wieder auf eine angenehm mittlere Helligkeit heruntergedimmt.

Insgesamt ist der VULGAR FASHION-Erstling angenehm, poppig und, nun, sehr 80er-lastig. Wer das immer noch mag oder im Nachhinein auf den Geschmack gekommen ist, dem sei diese EP empfohlen.


 
awk für nonpop.de


Verweise zum Artikel:
» Homepage von VULGAR FASHION
» VULGAR FASHION auf Bandcamp
» Label-Homepage


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Zusammenfassung
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Inhalt
A1 Krystal Liez
A2 Golden Showers
A3 Nite Yacht
B1 Pact With The Devil
B2 Krystal Tearz
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