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Michael We.

UFOMAMMUT: Ecate

Mehr Prog, mehr Psych, mehr Stimme!


UFOMAMMUT: Ecate
Genre: Doom
Verlag: Neurot...


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Wie schön, ein neues Album von UFOMAMMUT. Die drei verrückten Italiener haben sich nach ihrem Doppelschlag im Jahr 2012 ("Oro - Opus Alter" und "Oro - Opus Primum") etwas Zeit gelassen, bringen sich dafür aber 2015 "auf ein völlig neues Level", schreibt das Label. Wow, dabei war der psychedelische Doom Metal des Trios – übrigens hier bei uns im Interview – für mich seit jeher auf einem enorm hohen, fast außerirdischen Level. Nach den ersten Sekunden von "Ecate" ist aber klar, was mit dem Promo-Sprech gemeint ist: UFOMAMMUT haben ihren Sound hörbar geändert! Neben dem zermalmenden Grollen spielen nun weitere, überwiegend psychedelische Elemente eine Rolle.
Hat die Alchemie als Thema alle bisherigen Alben verbunden, so steht – passend zur musikalischen Weiterentwicklung – dieses Mal offenbar ein gänzlich neues über den sechs Stücken: Die titelgebende "Ecate" (Hekate), die Göttin der Magie in der griechischen Mythologie – eine schwer fassbare und oft sehr unterschiedlich dargestellte Frauengestalt. Ich bilde mir ein, sie während der rund 45 Minuten das eine oder andere Mal flüstern zu hören!

Immer wieder Wahnsinn, was aus den Jam-Sessions der drei Musiker heraus alles entsteht. "Somnium" (01) ist einer der bislang besten UFOMAMMUT-Songs: Lange Zeit stehen psychedelisch vibrierende Drones in der Luft, bei denen die synthetischen Effekte im Vergleich zu früheren Alben erstaunen; sie klingen nach alten, analogen Riesensynthesizern. Zumindest die ersten Minuten wirken enorm drogig, inklusive der schamanischen Gesangsfetzen. Nach 150 Sekunden setzt der Bass ein, dunkler als dunkel, und dann geht es doch ordentlich ab: Neben dem dröhnenden Bass beteiligen sich das knochentrockene Schlagzeug und die E-Gitarre, finden zusammen in sich wiederholenden, variierenden, wirbelnden Stoner Rock-Teilen. Nach und nach mischen sich auch die verschwundenen Elemente vom Anfang wieder dazu, inklusive verwehtem Siebziger-Gesang. Ein sehr beschwörendes, treibendes Stück, welches nahtlos in "Plouton" (02) übergeht. Der anschiebende, donnernde Bass-Rhythmus bleibt, die Vocals tönen eine Spur schreiender, und im Hintergrund steigen schwurbelnde, fast schrille Sounds nach oben. Auch von der Länge her ein klassischer Song, kein Brocken, der mich etwas an MASTODON – mit wesentlich mehr Stoner- und Doom-Anteilen – erinnert. "Chaosecret" (03) lässt den Hörer unaufhaltsam Richtung Abgrund rutschen. Weit und verloren, mit unterschwelligem Bassgrummeln und Stimmfetzen, dreht sich das Stück schneller und schneller, untermalt von Schreien und murmelnden Stimmen.
Rockiger und gradliniger geht es in "Temple" (04) zu, dennoch bleibt das typische, krachige Donnern. Inklusive Gesang erinnert mich das – und einiges andere auf "Ecate" – stark an MONSTER MAGNET! Allerdings bleiben die Tracks selten so klar, gehen mehr in die Breite, als flächiges und mächtiges Rotieren. "Revelation" (05) ist mit der Ambient-Anmutung eine weitere Überraschung, sehr spacig mit Synthies und eventuell der einen oder anderen geloopten Gitarre, dazu stimmlich ein Flüstern. "Daemons" (06) gibt dann noch mal Gas: wummernde Bass- und Gitarrenläufe, Schlagzeug und das eine oder andere Zischen, die flehenden, schreienden Vocals strömen intensiv dahin, und inklusive des Ausklangs mit fanfarenartigen Orgeltönen ist das Stück – auch von der Länge her – ein weiteres Brett!

"Wir sind die BEETHOVENs des Metal", haben UFOMAMMUT in unserem Interview gesagt, und da ist mit Blick auf "Ecate" was dran. Aus ihren stundenlangen Sessions generieren die drei Stücke zwischen Doom, Stoner Rock und F insbesondere auf "Ecate" – auch Black und Progressive Metal. Einige der Songs bieten deutlich mehr Abwechslung als früher, sind inzwischen nahezu sinfonisch angelegt. Im Mittelpunkt stehen zwar immer noch die donnernden, stoischen Basslinien, die aber an allen Ecken und Enden erweitert werden. Auch der für UFOMAMMUT hohe Vocals-Anteil fällt auf dem neuen Werk auf. Eine Weiterentwicklung zur rechten Zeit, nachdem das doppelte "Opus" schon wie der Abschluss einer bestimmten Phase der Band wirkte. Inklusive der wie immer famosen Grafik – aus dem Studio MALLEUS, welches unter anderem auch für MONSTER MAGNET arbeitet – ist "Ecate" ein überragendes und innovatives Album!

 
Michael We. für nonpop.de


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