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Richard K.

SÓLSTAFIR live in Köln

Erster Headliner-Triumphzug der Isländer


SÓLSTAFIR live in Köln
Kategorie: Spezial
Wörter: 619
Erstellt: 17.11.2014
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Unglaublich, aber wahr: Nach fast 20 Jahren Bandgeschichte absolvieren die isländischen Pagan Rocker SÓLSTAFIR im November ihre erste Headliner-Tour. Mit ihrem starken, neuen Album „Ótta“ im Gepäck spielten die Insel-Heiden dann auch zum Großteil vor ausverkauften Häusern. Das war am 9. November in der Kölner Werkstatt nicht anders, die zeitweilig die Innentemperatur eines isländischen Vulkans annahm. Das Publikum zeigte sich bunt gemischt: Neben einzelnen, versprengten Black Metallern zieht das Quartett im Jahr 2014 Berichten in VICE, VISIONS und Co. sei Dank größtenteils nett gescheitelte Hipster und Norweger-Pullies tragende Skandinavisten an – nicht zur Freude einiger alteingesessener Fans, die lautstark ihren Unmut über das anwesende Szenevolk kundtaten.

Als Opener fungierten die ebenfalls brav aussehenden Katalanen OBSIDIAN KINGDOM, deren Debüt brillanten Stoff für Freunde neuerer ENSLAVED, die sich nicht an emotionalem Hardcore-Gesang stören, bietet. Tipp: unbedingt reinhören! Und sich dabei nicht vom Schwiegermutters-Liebling- und Beauty-Magazin-Aussehen der Südländer abschrecken lassen. Genau anders herum lief der Hase bei den Norwegern SAHG: Die vier tätowierten Mitglieder der Band versprühen zwar Street Credibility, langweilten aber erneut mit ihrer belanglosen Mischung aus Desert Rock und modernem Alternative Metal, die live zuweilen gar an METALLICA zu unseligen "Load"-Zeiten erinnert. Diese Assoziation mag aber auch durchaus am Gesang von OLAV IVERSEN liegen, der auch nach Jahren im Profi-Musikgeschäft arg windschief durch die Landschaft pfeift und daher an die Bardenkunst eines JAMES HETFIELD erinnert. Songs wie „Hollow Mountain“ fanden dennoch erstaunlich viele Fans.

Ein Großteil der Gäste war dann aber doch froh, als das SAHG-Backdrop entfernt wurde und sich SÓLSTAFIR anschickten, die Bühne zu betreten. Zu isländischer Ambient-Musik, es mag ein Stück von HÖH gewesen sein, betraten die drei Hutmode-Fetischisten Sæþór Maríus Sæþórsson an der Gitarre (Cowboyhut), Svavar Austman (Borsalino) am Bass, Sänger und Gitarrist Aðalbjörn Tryggvason (Offiziersmütze) ergänzt um Schlagzeuger und Rastaträger Guðmundur Óli Pálmason die Bühne und begannen mit „Köld“ vom gleichnamigen 2009er Album. Tryggvason hatte von Beginn an die Menge im Griff und becircte mit seinem eigentümlichen, androgynen Cowboy-meets-Nick-Cave-Gehabe vor allem das für ein Metal-Konzert überaus zahlreiche, weibliche Publikum.
Mit ihrem im August erschienenen Album „Ótta“ erfuhren die Isländer einen neuen Popularitätsschub und so nahm es nicht Wunder, dass der Schwerpunkt auf der erst wenige Wochen alten Scheibe lag.

Zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung fragten sich viele Kritiker, wie man die klavierlastigen Stücke denn live umsetzen wolle, eine Frage, welche die Isländer gleich zu Beginn mit der Singleauskopplung „Lágnætti“ beantworteten: Die Tastenklänge ertönten ganz simpel vom Band, was zunächst einen zwielichtigen Eindruck hinterließ. Zum einen schmälern Einspielungen immer das Konzertempfinden, zum anderen wussten nicht alle Musiker mit ihrer freien Zeit etwas anzufangen, besonders Sæþórsson wirkte etwas verloren. Spätestens mit „Rismálu“ fingen sich die Skandinavier aber wieder und steigerten sich zu einem wahren Triumphzug, wobei besonders „Þín Orð“ vom „Svartir Sandar“-Album das aneinandergezwängte Publikum knackte. Die lakonischen Ansagen Tryggvasons taten ihr Übriges. Nach vielen weiteren „Ótta“-Perlen wie „Dagmál“ und „Náttmál“ wurde mit „Svartir Sandar“ nach weniger als zehn Liedern das Finale eingeläutet, aber da SÓLSTAFIR-Songs bekanntlich nicht nach dem Radio-Format von drei Minuten gestrickt sind, kam das Konzert mit den Zugaben „Fjara“ und „Goddess Of The Ages“ doch noch auf stattliche 90 Minuten. Einziger Wermutstropfen neben den Playback-Einspielungen war dann das Ausklammern der eigenen Frühwerke, mit denen SÓLSTAFIR abgeschlossen zu haben scheinen. Nun wären Black Metal-Hymnen wie „Til Valhallar“ dem eingeschlagenen Weg in größere Hallen auch wenig förderlich. Denn genau da gehören SÓLSTAFIR hin: Ihre Songs und ihr Stageacting haben Stadionformat.

anstehende Konzerte im deutschsprachigen Raum:


18 Nov Wien Viper Room (ausverkauft)
21 Nov Graz Explosiv
22 Nov Innsbruck
31 Jan Aarau Kiff
01 Feb Weinheim Cafe Central
02 Feb Bochum Zeche
03 Feb Hamburg Uebel & Gefährlich




 
Richard K. für nonpop.de


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» SÓLSTAFIR mit Album im August

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