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Tony F.

OMNE DATUM OPTIMUM: Les Moissons ...

... Ecarlates


OMNE DATUM OPTIMUM: Les Moissons ...
Genre: Neo - Klassik
Verlag: Cynfeirdd
Vertrieb: Cynfeirdd


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Das kleine französische Label CYNFEIRDD schaffte es im letzten Jahrzehnt, eine eigene kleine, musikalische Welt aufzubauen. Neben Neofolk-Acts wie WHILE ANGELS WATCH wurden auch erdige und bisweilen obskure Projekte wie KARNNOS oder WOLFSBLOOD der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Man brachte ein eigenes Magazin heraus und initiierte aufwendige, teilweise nur via Subskription zu erhaltende Compilations. Aber auch GAË BOLG tauchten dort mit ihrer ureigenen Mischung aus orchestralem Bombast, Mittelalterklängen und jeder Menge schräger Ideen auf. Sie sind dann auch ein gutes Stichwort, findet sich der Name OMNE DATUM OPTIMUM doch zuerst auf einer Split-Veröffentlichung mit GAË BOLG auf – dem ersten Teil der „Oran Mor“-Trilogie im Jahr 2000.

OMNE DATUM OPTIMUM – eigentlich der Name einer päpstlichen Bulle von 1139, die dem Templerorden weitreichende Rechte einräumte – ist auf dieser ersten Veröffentlichung und auch später dem Klangbild von GAË BOLG in gewisser Weise verwandt. GAUDINIS TH+21, der kryptische Name des Projektinitiators, der auch auf GAË BOLG-Alben und bei Live-Konzerten mitwirkt, pflegt jedenfalls einen ähnlichen opernhaft-prätentiösen oder auch mönchisch-gregorianischen Gesangsstil wie ERIC ROGER. Zudem kommen Elemente wie der Einsatz der Blockflöte, orchestrale Arrangements oder eben gewisse mittelalterliche Anlehnungen im Klangbild hinzu, wobei der manchmal überbordende Bombast von GAË BOLG keinen Widerhall bei OMNE DATUM OPTIMUM findet. Ohnehin unterscheidet sich die Grundstimmung von beiden Projekten deutlich. Während bei GAË BOLG im Grunde immer eine positive, hymnische Stimmung herrscht und man sich gerade auf den letzten Alben immer mehr im unhörbaren Wahnsinn verliert, ist OMNE DATUM OPTIMUM eine eher düstere, melancholische und ruhige Angelegenheit. Dies kommt auch auf dem neuen Album „Les Moissons Ecarlates“ zum Tragen, das recht überraschend auf dem nun schon seit 2007 ruhenden CYNFEIRDD-Label erschienen ist. Das Album muss Labelbetreiber ALEXANDRE LOUIS, der mittlerweile via INFRASTITION dem Cold Wave frönt, jedenfalls derart überzeugt haben, dass er die alte Wirkungsstätte noch einmal aufgesperrt hat.

Nach „Missa XXI“ aus dem Jahr 2004 ist „Les Moissons Ecarlates“ tatsächlich erst das zweite Album von OMNE DATUM OPTIMUM, wobei die „Oran Mor“-Trilogie oder das „Opus Mago Cabalisticum“-Mini-Album neben anderem die Diskographie zusätzlich anreichern. Das für diese Art der Musik etwas krasse Coverartwork, welches eher in Industrial- oder Electro-Kreisen vermutet würde, das aber auf das Thema Tierschutz hinweist, deutet zunächst vielleicht in eine andere Richtung, aber der Hörer wird mit einem düsteren und regelrechten – auch so benannten – Requiem in drei Akten überwältigt, das alle Gräuel der Welt und den Tod zum Thema zu haben scheint. Gegenüber dem ersten Album ist dabei eine ordentliche Weiterentwicklung im Klangbild zu konstatieren. Die vormals teilweise etwas zu synthetisch klingenden Elemente sind durch stimmungsvolle und organische Klänge ersetzt worden. Das Werk wirkt durchdacht, weist einen Spannungsbogen auf und erhält durch höchst unterschiedliche Herangehensweisen an die Stücke eine ordentliche Dynamik, wobei das Album eher im Gesamtzusammenhang wirk, als das man es auf einzelne Höhepunkte reduzieren könnte. Namen wie „Eternel Treblinka“ sprechen dabei, ob ihrer Thematik schon für sich selbst, wobei auch Sirenensamples oder wie Schüsse klingende Effekte in den Stücken Verwendung finden und die düstere Grundstimmung verstärken.

Die ersten beiden Teile des Albums wirken dann wie ein durchgängiger Trip durch die finsteren Gassen der menschlichen Existenz. Einzig der dritte Teil fällt meiner Ansicht nach etwas ab, wenn das Volkslied „Ich hab’ die Nacht geträumet“, dessen Text den Tod behandelt, doch etwas zu prätentiös und grell ausfällt und auch sonst die Atmosphäre nicht ganz gehalten wird. HEKATE haben von letzterem Stück auf „Tempeltänze“ zudem sicherlich eine bessere und bedrückendere Interpretation vorgelegt.

Letztlich kommen OMNE DATUM OPTIMUM aber mit einem beeindruckenden Album zurück, dessen Art der Präsentation – zumal des Gesangs – sicherlich ein Stück weit Geschmackssache ist, dessen musikalische Klasse allerdings nicht geleugnet werden kann.


 
Tony F. für nonpop.de


Verweise zum Artikel:
» Omne Datum Optimum @ myspace


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