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NORMAN WESTBERG: Jasper Suits Out

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NORMAN WESTBERG: Jasper Suits Out
Genre: Surreal
Verlag: Room40
Erscheinungsdatum:
März 2017
Medium: CD / Digital
Preis: ~10,00 €
Kaufen bei: Bandcamp


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NORMAN WESTBERG, Mann der ersten Stunde bei den SWANS, hat eine eigene, erste EP auf ROOM40 veröffentlicht. Kracht, donnert und blitzt es laut bei den Kollegen, stehen wir hier vor einer CD wie vor dem Unversicherbaren. Es überfällt uns da etwas, das unserer Wahrnehmung gänzlich widerspricht. Eine Gitarre und ein paar wenige Pedale. Flächige Sounds, die derart zurückgenommen sind, dass einem der Atem fast stockt. Drei Titel auf etwa fünfundfünfzig Minuten. Man gleitet in ein Schneegestöber – und das mitten im Frühling.

Seit 2012, nach der Reunion der SWANS, arbeitet WESTBERG an eigenen Stücken. Das vorliegende Album fällt in eben diese Zeit. Zunächst im Eigenverlag veröffentlicht, fiel es dem Label-Eigner LAWRENCE ENGLISH in die Hände. Und dieser war über die Maßen verblüfft. Vor allem darüber, dass mit derart eingeschränkten Mitteln eine solche Dichte erzeugt werden kann. Geloopte Gitarren-Fragmente, minimale Strukturen, weiche Texturen. Grund genug, das Album komplett zu remastern. Seit dem 10. März ist es nun wieder erhältlich.

Auch wenn die Nähe zu den SWANS nicht gleich hörbar einleuchtet, es gibt doch Parallelen. Zum Beispiel das doomig dronige Auswalzen von einzelnen Akkorden. Immer wieder aufs Neue und doch leicht verändert wandern sie ins Gestöber. Und das braucht dann Zeit. Schon der erste Titel „Jasper Sits Out“ steht stellvertretend dafür. Für das dreiundzwanzigminütige Stück wird zwar ein Looper verwendet, doch die Struktur ist sehr ähnlich. Der einzig gravierende Unterschied ist die Kraft, die Dynamik, das in Stücke hauen der Titel. Sicher, man kann diese auch laut drehen, doch behalten sie selbst dann noch ihre atmosphärische Dichte. Es kracht nichts, sticht heraus oder ins Fleisch. Alles ist harmonisch gebunden. Und zwar an die spärlich eingebauten Synthesizer-Flächen. Sie halten die Sounds beieinander. Wenn man jedoch meint, dass dieser gleichbleibende Schwebzustand nichts als die Wiederholung kennt, liegt man daneben. Die Titel verlangen, dass sie durchgehört werden. Und schon beim zweiten, bei „Homeset Trunc“, bemerkt man die veränderliche Struktur. Beginnend mit einer tief klingend, abrupt gespielten Gitarre, läuft bald darauf alles in ein Echo, woraufhin eine höher gespielte Passage über der ausklingenden auftaucht, lauter wird und nach hinten hin in einen nahezu stehenden Ton übergeht, unter dem ein leises Klopfen und so etwas wie ein Klavier zu hören sind ... Der dritte Titel: „A Particular Tuesday“ war ursprünglich nicht auf dem Album. Er passt sich aber in das Gesamtbild ein, als wär er schon vor fünf Jahren auf dem Album gewesen. Auch hier eine andere Grundstimmung. Diese ist leichter als die beim vorangegangenen Stück ...

Wir befinden uns in einem weiten Raum. Und in diesem sinkt man beim Hören in eine von einer verbindlichen Wahrnehmung abgelösten Wirklichkeit.

 
awk für nonpop.de


Verweise zum Artikel:
» NORMAN WESTBERG-Seite
» Label-Seite


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Zusammenfassung
Wir befinden uns in einem weiten Raum. Und in diesem sinkt man beim Hören in eine von einer verbindlichen Wahrnehmung abgelösten Wirklichkeit.

Inhalt
1. Jasper Sits Out
2. Homeset Trunc
3. A Particular Tuesday
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