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Tony F.

MACHINEFABRIEK: The Measures Taken


MACHINEFABRIEK: The Measures Taken
Genre: Ambient
Verlag: Zoharum


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RUTGER ZUYDERVELT ist mit seinem Projekt MACHINEFABRIEK ja auch für die Vertonung von Filmen oder von Kunstaktionen bekannt. Für die Choreographie von ALEXANDER WHITLEY mit dem Namen „The Measures Taken“, die 2014/2015 in Frankreich und Großbritannien aufgeführt wurde, hat er ebenfalls die Musik beigesteuert, die nun umfänglich veröffentlicht wird.

Mir kam zunächst der Gedanke, dass die Choreographie etwas mit BERTOLT BRECHTs „Die Maßnahme“ (engl. „The Measures Taken“) zu tun haben könnte – dies ist allerdings nicht der Fall. Kern der Aufführung ist vielmehr die Darstellung der Interdependenzen zwischen Menschen und der Technologie – was einen musikalisch-konzeptionell an die 80er/90er Phase von CLOCK DVA erinnert. Die Grundrichtung bei „The Measures Taken“ sieht hier grundsätzlich einen positiven Ansatz vor – die Technologie wird also nicht als Bedrohung wahrgenommen, sondern als Unterstützer und positives Hilfsmittel oder auch einfach als Einflussfaktor (siehe digitale Medien), wobei der Mensch dennoch immer wieder auf seine Menschlichkeit – mit allen Schwächen – zurückgeworfen wird.

Da es sich um eine experimentelle Aufführung handelte, arbeitete ZUYDERVELT aber nicht mit vordergründiger „Tanzmusik“ sondern mit Ambient-/Electronica-Versatzstücken, die perfekt zur futuristischen Bühnenumsetzung, die viel auf Lichteffekte und Projektionen setzte, passt. Natürlich stellt sich die Frage, inwieweit die Musik auch für sich alleine stehen kann. Da die Tanzperformance nur runde 40 Minuten dauerte, konnte zumindest die gesamte Musik berücksichtigt werden und hört man in das Album rein, so kommt man jedenfalls nicht zwingend zu dem Gedanken, es handele sich um eine musikalische Untermalung zu einer visuellen Veranstaltung. Angefangen mit dem Intro, das mehr ein elektronisches Ticken ist, entspinnt sich nach vielen glockenähnlichen Klängen in „Part I“ gerade in „Part II“ ein mit allerlei elektronischen, futuristischen Geräuschen und Klängen dynamisiertes Stück Musik, das mit synthetischen Flächen und Drones als Grundierung aufwartet. Dazu gesellen sich zurückhaltende Rhythmusspuren. „Part III“ weist dann allerdings einen eher organischen Anstrich aus, wenn Sounds auftauchen, die stark bearbeitete Gitarrenklänge sein dürften.

Insgesamt setzt man bei der Musik des Albums eher auf Spannungsaufbau und Atmosphäre als auf herkömmliche Songstrukturen oder Melodiebögen. Das Ergebnis ist ohne Frage ein interessantes Stück Musik, das ohne Zweifel auch ohne den visuellen Aspekt funktioniert.

 
Tony F. für nonpop.de


Verweise zum Artikel:
» MACHINEFABRIEK-Homepage

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