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LORENZO SENNI: Quantum Jelly


LORENZO SENNI: Quantum Jelly
Genre: Electronica
Verlag: Presto!?
Medium: CD
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Das neue Album von  LORENZO SENNI ist ein interessantes Experiment. Es ist zum einen eine Reminiszenz und an das Trance- und Hard-Trance-Genre der 1990er Jahre und zum anderen das Resultat eines bei SENNI gewachsenen Interesses an den archetypischen Sounds dieser Zeit. Diese Sounds, d.h. deren Charakteristiken, wurden hier nun mit dem Experimentellen, für das SENNI einigen Hörern bekannt sein dürfte, verbunden. Das Ergebnis dieses Experimentes heißt: "Quantum Jelly" und umfasst zwei, d.h. mit ihren dazugehörigen Teilen bzw. Weiterführungen insgesamt fünf Titel. Dabei wurden sämtliche Sounds und Sequenzen in Zweikanal-Echtzeit direkt, und zwar mit nur einem Instrument, einem Roland JP8000 Digital-/Analog-Synthesizer, eingespielt. Auch wurde jedes einzelne Stück der CD in einem Take aufgenommen. Es wurden keine Over-Dubs eingespielt. Und auch sonst wirken die Strukturen der Titel äußerst minimiert, von allem überflüssigen Ornamentarium befreit, so als lautete der Anspruch SENNIs an sich und seine Musik: Spiele Arpeggio, baue die Titel nicht auf, wiederhole!

Und es wird wiederholt. Schon der erste und alle darauf folgenden Titel nutzen die Wiederholung. Dabei wird lediglich je eine Sequenz in endloser Folge aneinandergereiht. Nur die Geschwindigkeiten und Takte verändern sich, die Höhen-, Tiefen-, Mittenregelungen werden verstellt, Hallräume und andere Effekte angehängt. Und doch bleibt der prägnante und so sehr typische 90er-Jahre-Synthesizersound annähernd gleich.

Allerdings irritiert gleich beim ersten, einem dreizehnminütigen Stück dann doch bald der Aufbau. Denn eigentlich passiert außer der Veränderung durch Effekte und Geschwindigkeiten nicht viel. Nur die Wiederholung der Sequenz bleibt, sie bleibt konstant, bei sich, bricht nicht, um danach wieder mit dem hier eben nicht zum Einsatz kommenden Einser-Stampfbeat einzusetzen, was erfahrungsgemäß damals wie heute das Publikum zu exstatischen Aufschreien reizte und reizt. Nein, hier setzt nicht und nirgends eine Bassdrum ein. Nur der Roland-Synthesizer spielt seine sich immer und immer wiederholenden Sequenzen …

Für alle, die die 1990er-Jahre mit ihren Sounds noch im Ohr haben, sei diese historische Vergangenheitsaufarbeitung und in gewisser Weise sogar Vergangenheitsbewältigung empfohlen. Allen anderen, die diese Zeit an sich haben vorbeiziehen lassen, sei gesagt, dass, wenn der damals wie heute zu billige Aufbau der Tracks erst einmal verschwunden ist, der Sound dieser Zeit durchaus interessant sein kann.


 
awk für nonpop.de


Verweise zum Artikel:
» Lorenzo Senni auf Soundcloud
» Label-Homepage


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Zusammenfassung
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Inhalt
• 1.1. XMONSTERX (13:30)
• 1.2. WINDOWS OF VULNERABILITY (5:31)
• 2.1. MAKEBELIEVE (8:39)
• 2.2. DIGITAL ∞ TZUNAMI (6:31)
• 2.3. POWERAGE XION4 (4:03)
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