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Endsal

ISOLATOR: Culture & Principal Of ...

Schwarzgalliger Nihilismus im langweiligen Gewand


ISOLATOR: Culture & Principal Of ...
Genre: Black Noise
Verlag: Black Plagve
Vertrieb: Malignant...


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Unsere kleine Nachlese von Produkten aus dem Hause MALIGNANT geht in eine neue Runde: Im Folgenden wenden wir uns einer Veröffentlichung des Sublabels BLACK PLAGVE zu, die zwar bereits im Sommer 2014 erschienen ist, doch musikalisch deutlich, deutlich besser in den Winter passt, weshalb es dem Rezensenten einigermaßen entschuldbar erscheint, mit der Besprechung erst jetzt um die Ecke zu kommen.

Es handelt sich um das Debüt eines, bislang offenbar noch nicht mit Veröffentlichungen in Erscheinung getretenen, Projektes namens ISOLATOR, das von dem Webdesigner JUSTIN STUBBS aka THE SCULPTOR und einer mysteriösen Entität namens THE NOTHING betrieben wird. Eine kurze Netzrecherche offenbart, dass die musikalischen Wurzeln der beiden eher im Black bzw. Death Metal-Bereich gründen – und dass es von diesem finsteren Pfuhl aus nur noch ein Katzensprung in die nicht minder sinistren Gefilde von Dark Ambient, Noise oder gar "Black Noise" (wie man bei MALIGNANT die akustischen Emissionen der BLACK PLAGVE-Exponenten sinnreich zu kategorisieren beliebt) ist, wissen wir nicht erst seit GNAW THEIR TONGUES oder DEATHSTENCH. Nun muss es zwar keinesfalls schlecht sein, wenn Musiker den, prinzipiell durchaus löblichen, Versuch unternehmen, auch mal beherzt über die Ränder ihres Genretellers hinauszuspähen, doch wissen wir andererseits bereits seit BURZUMs Neoklassik-Ambient-Ausflug "Dauði Baldrs" Ende der 90er-Jahre, was für ein entsetzlich peinlicher und öder Murks dabei herauskommen kann, wenn gestandene Metaller sich in einem Anfall von galoppierendem Sendungsbewusstsein zu vermeintlich Höherem berufen fühlen und dergleichen obskuren Konzeptschmonz aufnehmen. – Spätestens an dieser Stelle dürfte dem cleveren Leser dämmern, es könne mit diesen einleitenden Sätzen auf eine Moral von der Geschicht' hingeleitet werden werden, die da kurz und bündig lautet: "Schuster, bleib' bei deinen Leisten". Und, um's kurz zu machen: So schaut es aus.

Freilich, erfahrungsgemäß gibt es tatsächlich nichts, aber auch gar nichts, was nicht Geschmacksache wäre, und demgemäß kann die Existenz von Menschen nicht ausgeschlossen werden, die "Culture & Principal Of Anti-Human Exaltation" (was für ein Titel!) womöglich gaaanz, ganz großartig finden (eine oberflächliche Sichtung im Netz bestätigt diese Vermutung übrigens eindrucksvoll), dem Rezensenten jedoch erschließt sich selbst unter Aufgebot allen möglichen Wohlwollens nicht wirklich, wozu man heutzutage noch ein Opus wie das vorliegende brauchen sollte, konnte man dergleichen amorphe, immer wieder von bis zur Unkenntlichkeit verhackstückten Gitarrenriffs konterkarierte, schrammelig-zerschredderte, endlos verhallende Düstersoundflächen nebst eingearbeiteten, betont chthonisch sich gebärdenden Drones, wie sie dem Hörer hier serviert werden, in den letzten zwei Jahrzehnten doch in deutlich packenderer Form im Überfluss goutieren – spontan und exemplarisch kommen einem während des Durchhörens Namen wie YEN POX, MEGAPTERA, HEID oder WICKED MESSENGER in den Sinn, die Liste könnte jedoch beliebig fortgesetzt werden. Das zentrale Problem dieser CD kann mithin ohne Umschweife wie folgt formuliert werden: Im Grunde genommen ist sie schlichtweg überflüssig, weil man all das, was einem hier auf fünf epischen Tracks mit Laufzeiten zwischen 7 und 17 Minuten präsentiert wird, woanders schon mal besser gehört hat.

Zu guter Letzt ändert an dieser, zweifellos ernüchternden, Einschätzung auch das blumige Geschwurbel nichts, mit dem das Label pflichtschuldig versucht, das mediokre Machwerk schönzureden: "There's dark, and then there's what Isolator create – an abyssal black hole fashioned from pure negativity and concentrated misanthropy" usw. usf., ja, es transformiere "desolation and hopelessness to new levels". –  "Nun ja, nun ja,", denkt da der ebenso mündige wie kundige Verbraucher, nachdem er sich die bemerkenswerte Diskrepanz zwischen solcherlei vollmundigen Beteuerungen einer- und dem korrespondierenden, betrüblich schmalbrüstigen Hörerlebnis andererseits noch mal ein wenig hat auf der Zunge zergehen lassen, "dergleichen bitterböse, nihilistische Superlativhuberei ist man gewohnt und dementsprechend wenig davon beeindruckt: hier könnte sich auch doppelt oder dreimal so viel Negativität und Misanthropie zusammenballen, und trotzdem würde das herzlich wenig daran ändern, dass dies unoriginelle Gedröhne bestenfalls Langatmigkeit und Redundanz auf ein neues Level hebt, das war's dann aber auch."

Und so aufrichtig der Rezensent es bedauert, da er grundsätzlich große Sympathie und hohen Respekt für die Arbeit und den musikalischen Output von MALIGNANT bzw. BLACK PLAGVE hegt – diesem wenig schmeichelhaften Fazit beizupflichten sieht er sich im Falle von "Culture & Principal Of Anti-Human Exaltation" schlichtweg genötigt. Und hat ihm – leider! – nichts hinzuzufügen.


 
Endsal für nonpop.de


Verweise zum Artikel:
» ISOLATOR @ discogs
» Culture & Principal ... @ MALIGNANT RECORDS
» MALIGNANT RECORDS-Homepage
» BLACK PLAGVE @ discogs


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