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Michael We.

D.Å.R.F.D.H.S.: Mjöldryga

Fantastischer Space-Soundtrack aus Schweden


D.Å.R.F.D.H.S.: Mjöldryga
Genre: Ambient
Verlag: Beläten
Erscheinungsdatum:
31. Dezember 2014
Medium: Kassette
Preis: ~8,00 €
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Leute, werft Pilze ein! Die beiden mir unbekannten schwedischen Elektronik-Musiker MICHEL ISORINNE und JONAS RÖNNBERG bilden das Duo D.Å.R.F.D.H.S., ausgeschrieben DARD Å RANJ FRÅN DET HEBBERSHÅLSKA SAMFUNDET. (Keine Ahnung, was das heißt.) So sonderbar wie der Namen (zumindest für Nicht-Schweden) ist auch der Albumtitel: "Mjöldryga" ist der im Deutschen viel umständlicher bezeichnete 'Purpurbraune Mutterkornpilz', ein parasitärer Getreidepilz, der früher für Abtreibungen eingesetzt wurde, da er künstliche Wehen auslöst und auch ansonsten alle Arten von Krämpfen, Spasmen bis hin zu Psychosen verursachen kann. An dieser Stelle bin ich eines der ganz wenigen Male nicht mit der Labelbeschreibung von BELÄTEN einverstanden, denn die möglichen Auswirkungen der Musik werden mit denen des Pilzes verglichen. Für mich entwickelt sich "Mjöldryga" dagegen zu einem melancholischen, kosmischen Stück Ambient, einem der besten virtuellen Science Fiction-Soundtracks der vergangenen Jahre.

"Secale Cornutum" (01) ist als Opener bereits sehr melancholisch. Leichte Drones unterlegen immer wiederkehrende, fiepende Geräusche. Sphärisch, bewusstseinserweiternd, beschwörend und zunehmend 'eisig' im Sinne der Bands, die zu GLACIAL MOVEMENTS gehören. Ich sehe dröhnende, knirschende Eisberge ... "Claviceps Purpurea" (02) nimmt das winterliche Ambiente auf, wirkt mit seinen Drones sakral und ruhig. In regelmäßigen Abständen tauchen weite, hallende Geräusche auf. "Ergotamin" (03) läutet den kosmischen Part ein, mit seiner weiten, überirdischen Energie, brummend, schweifend. Eine tolle, unglaublich atmosphärische Viertelstunde Space-Ambient, im letzten Drittel angetrieben von einer Weltraum-Orgel. "Bockahorn" (04) landet auf einem gefährlichen Planeten, strahlt in 20 Minuten mehr Dunkelheit und Düsternis aus mit vielen, vielen schimmernden Drones. "Mjöldryga" (05), der Titeltrack, schließt das Werk mit teils blubberndem, teils metallenem Dark Ambient ab.

Ein äußerst filmisches, stimmungsvolles Album, das Raum für viele Interpretationen lässt. Musikalisch zwischen spacigem und dunklem Ambient, immer mit viel Weite und Tiefe, ist "Mjöldryga" für mich eher die Begleitung zu einem noch zu drehenden Weltraum-Abenteuer als drogige und gefährliche Pilz-Erfahrung. Aber wenn der Konsum zu solchen Ergebnissen führt, dann ein Hoch auf den Purpurbraunen Mutterkornpilz!

 
Michael We. für nonpop.de


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Zusammenfassung
Ein äußerst filmisches, stimmungsvolles Album. Musikalisch zwischen spacigem und dunklem Ambient ist "Mjöldryga" für mich eher die Begleitung zu einem noch zu drehenden Weltraum-Abenteuer als drogige und gefährliche Pilz-Erfahrung, die der Titel suggeriert.

Inhalt
Kassette + Download

01. Secale Cornutum (09:52)
02. Claviceps Purpurea (05:51)
03. Ergotamin (14:17)
04. Bockahorn (20:01)
05. Mjöldryga (09:59)
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