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Michael We.

COCLEA: ~

Atmosphärischer Ambient aus Portugal


COCLEA: ~
Genre: Ambient
Verlag: SHHPUMA


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Ein schönes Ambient-Debüt aus Lissabon, das mittels Crowdfunding entstanden ist. Bei COCLEA handelt es sich um das Ein-Mann-Projekt von GUILHERME GONÇALVES. Der Gitarrist der in Portugal wohl recht bekannten, krautigen Band GALA DROP nutzte die FACEBOOK-Seite der Gruppe im vergangenen Frühjahr, um Fans zur finanziellen Beteiligung zu bewegen. Nun legt er rund ein Jahr später das entsprechende – zwar kurze, aber dafür auch preiswerte–  Album vor.

"Touch" (01) ist ein würdiger, stimmungsvoller Opener. Gitarrenakkorde mit gehörigen Pausen, die über einem Summen liegen, erinnern mich zunächst an FENNESZ, klingen weit und landschaftlich. Sehr zügig fügen sie sich aber doch zu melodiösen Songstrukturen, die Gitarre liegt über ruhigen Drones im Hintergrund. Hat was von Roadmovie, leicht jammend, aber sehr flüssig. In der zweiten Hälfte überwiegt Ambient, die Drones stehen im Vordergrund und dominieren die einzelnen, teils leicht verfremdeten Gitarrensounds. Auch "Mermaid's Theme" (02) startet mit (Meeres)Rauschen, die Gitarre dazu imitiert tatsächlich ein wenig die entsprechenden Surf-Instrumentals, und dahinter wiegt sich ein entspannter Bass sanft hin und her. "Desire" (03) besteht aus breiteren Ambientflächen, vor allem bestückt mit Synthiedrones. "Homen Dos Sonhos" (04) ist die Überraschung des Albums: die ruhige, twangende Gitarre begleitet hier plötzlich – zum einzigen Mal – Gesang, der leicht verweht aus dem Hintergrund tönt. So entsteht eine Art beschwörender Slow-Rock-Ambient, der sehr positive Parallelen zum Titelsong der Fernsehserie "Vikings" von FEVER RAY aufweist. "Scorpio's Theme" (05) mutet leicht bluesig an; ein spaciges Instrumental mit brummenden, mäandernden Sounds (und natürlich mit Gitarre). Zum Ausklang beschließt "Love" (06) als melodiöser und eher unauffälliger Track die halbe Stunde.

Die ganz großen Vergleiche des Labels mit MANUEL GÖTTSCHING oder TANGERINE DREAM kann ich (noch) nicht ganz nachvollziehen. Aber durch ihre warme, etwas psychedelische Atmosphäre hat die Musik auf jeden Fall viel Meditatives. Einige kleine, manchmal versteckte Spielereien sorgen für genügend Abwechslung. Und insbesondere auf "Homen Dos Sonhos" – das Stück mit Gesang – lässt sich aufbauen. Wohliger Ambient aus Portugal mit eigenem Charme und weiterem Potential.

 
Michael We. für nonpop.de



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