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Michael We.

Angespielt: TE/DIS, SELFFISH, ...

...THE JOHN-PAULS. Aktuelle Besprechungen in Kürze


Angespielt: TE/DIS, SELFFISH, ...
Kategorie: Spezial
Wörter: 649
Erstellt: 28.04.2017
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TE/DIS: Interrogation Gloom
GALAKTHORRÖ, März 2017, CD / LP



Als "Solokünstler aus Deutschland" bezeichnet GALAKTHORRÖ gewohnt knapp den Musiker hinter TE/DIS. In "diversen Bands" habe er schon gespielt, und mit einer EP (Besprechung) und einem Vollzeitalbum (Besprechung) gehört er schon fast zum Stamm der kleinen Labelfamilie. "Interrogation Gloom" ist also das zweite, eben erschienene Komplettwerk, auf dem TE/DIS wieder sein außerordentliches Gespür für Rhythmus beweist...
Es mischen sich leichte Angst Pop-Teile und dezent eingesetze, harschere Sounds mit der tiefen, zunächst rezitativen Stimme, die - wie bislang gewohnt - stoisch knödelt. In der Folge kommt allerdings mehr Varianz in die Vocals, sie stapfen gesangsähnlicher als früher durch eine Landschaft aus Tuckern, Fiepen und Brummen. In labeltypischer Kühle präsentiert TE/DIS spartanische, aber dennoch fast 'funky' zu nennende Songs, die oft an Cold Wave der 80er-Jahre erinnern. Durch die Anordnung von an sich wenigen und dezenten Klängen bekommen sie viel Struktur, bilden eine dunkle Masse, ohne je zäh oder zerstörerisch zu sein. Ganz groß: der leiernde Blechdrone in "Confession Of Secrets" (06) und der STOMP-Teil in "Less Like Me" (07). Besonders die letzten beiden Nummern des Albums sind nochmal extrem treibend, und so ist TE/DIS für mich - irgendwo mittig zwischen allen anderen Labelacts - nach wie vor die Angst Pop-'Hitmaschine' von GALAKTHORRÖ!

SELFFISH: He She Them Us
SEREIN, April 2017, CD / LP / DL



Bei SELFFISH handelt es sich um einen Musiker aus Riga. ANDREJS EIGUS, geboren 1973, ist schon eine ganze Weile mit seinem Moniker unterwegs, mischt seit Anfang des Jahrtausends digitale und analoge Klänge. Diese elektroakustische Art von Ambient gibt es momentan massenhaft, aber der Lette setzt sie charmant in impressionistische Landschaften um, mit Field Recordings (wie das Geräusch von Regen oder Wellen) und diversen akustischen Instrumenten, die er alle selbst spielt, unter anderem Piano und Bass.
Bis auf ganz wenige geflüsterte Vocals bleiben die acht Stücke rein instrumental. Elegische und wehmütige Stimmungen wechseln mit rhythmischen Kombinationen aus digitalen, knacksenden Beats und höhligen Trommeln. Oft entstehen weite, medidative Sphären mit leichten Veränderungen, zum Beispiel ein spät im Stück einsetzendes Fender Rhodes Piano. Überhaupt spielen Klavierklänge eine wichtige Rolle, im Verlauf tauchen auch Bass- oder Streichertöne verschiedener Art auf, vermengt mit frickeligen, hellen Digitalsounds. Gegen Ende geht das Album auch mal in Richtung Dark Ambient, mit maschinellen Röhrenklängen.
Erinnert mich an Unterlegmusik für dunklere 70er-Jahre-Krimi- oder Science Fiction-Serien. Entpuppt sich, nachdem die ersten Takte recht oberflächlich klingen, schnell als eingängig und plingt und tickert sich im Ohr fest.

THE JOHN-PAULS: Forget To Remember To Forget
AAGOO RECORDS, Mai 2017, CD / LP / DL



THE JOHN-PAULS haben wir neulich mit ihrer Debüt-EP schon präsentiert (Besprechung). Damals noch ein Trio, jetzt ein Quartett, liefert die Band aus Austin in Texas auch mit ihrem ersten Album frischen, schnodderigen Post Punk ab; kurze, poppige bis rockige Songs aus dem Probenraum, zehn Lieder unter insgesamt 30 Minuten.
Im Gegensatz zu Hochglanz-Bands wie den KAISER CHIEFS spielen die vier ihre Musik ansprechend unprätentiös in Lo-Fi. Zwei Gitarren (eine davon wie ein Leadbass) und Drums, männliche und weibliche Vocals im Wechsel. Mit Frauenstimme wirken die Stücke zunächst eher nachdenklich, klingen nach Western und Lagerfeuer. Mit Männerstimme - "flat but charismatic", schreibt das Label - sind sie treibender, haben auch eine gewisse Ähnlichkeiten mit den SMITHS. Kleine, dahingeschmissene Perlen mit einer minimalen Portion gefühltem Krach. Das schmissige Duett "O Shit!" erinnert mich stark an die zu verehrenden PIXIES, ein (weiterer) Pluspunkt.
Live innerhalb einer Woche eingespielt versprüht die halbe Stunde jede Menge Power, Melodie und ein zwar punkiges, aber durchaus freundliches Sommergefühl. Höhepunkt: "I Am A Songbird" (10) ganz am Ende, verschroben produziert, die Vocals kaum noch zu hören. Charmant.

 
Michael We. für nonpop.de


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