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Michael We.

7JK: Anthems Flesh (MATT HOWDEN)

SIEBEN in der elektronischen Waschanlage


7JK: Anthems Flesh (MATT HOWDEN)
Genre: Neofolk
Verlag: Redroom
Erscheinungsdatum:
Mai 2012
Medium: CD
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 7JK: "Krau"

 7JK: "Dear Claire"


Wer die Geschichte von SIEBEN in den vergangenen Jahren verfolgt hat, wundert sich über dieses Album nicht. Mehrfach stand der Brite MATT HOWDEN – Geige, Gesang und damit alles, was SIEBEN ausmacht – schon bei Festivals zusammen mit dem polnischen Duo JOB KARMA auf der Bühne. Zuletzt im vergangenen November (2011) beim "Industrial Festival" in Wroclaw (dt.: Breslau), Polen (siehe Video).



JOB KARMA, bekannt vor allem in Osteuropa, stehen seit 1998 für sehr rhythmischen Post-Industrial mit Cold Wave-Anleihen. Eine Hälfte der Band ist MACIEK FRETT, der wiederum das – immer hochkarätiger besetzte – Festival in Breslau organisiert; so schließt sich der Kreis. Nun haben beide, also MACIEK und MATT, ein gemeinsames Projekt ins Leben gerufen und die Ursprünge im Bandnamen festgehalten: 7JK. Was zunächst unglaublich klingt – der puristische MATT HOWDEN und die synthetischen Flächenbastler von JOB KARMA –, funktioniert erstaunlich gut und erscheint im kommenden Mai offiziell auf CD.

"Dirt City" (01) eröffnet das gemeinsame Album. Der technisch-elektronische Sound erinnert an Projekte wie DIE FORM oder CLAN OF XYMOX, schnell, beatlastig. Dazu ist die Stimme von MATT HOWDEN – sowohl verfremdet als auch immer wieder klar – etwas gewöhnungsbedürftig. Seine Geige taucht in diesem Track meistens zerstückelt und geloopt auf, wird als Soundeffekt eingesetzt. 7JK wirken so zunächst einmal hektischer, bedrohlicher als HOWDEN solo. "Dear Claire" (02) nimmt aber schon einen ganz anderen Weg, klingt eher wie ein SIEBEN-Stück, ruhig und klar, was sowohl für Geige als auch Stimme gilt. Elektronische Effekte verstecken sich; Getrommel, Beats und Zischen bleiben im Hintergrund. Und nur manchmal endet die Violine in einem Effektstrudel. Erneut etwas anders wirkt "Krau" (03), wie industrieller Ambient mit seinen Synthiedrones und dem metallenen Trommeln. Leise und schwebend die Geige, dazu eine eingespielte Sprechstimme, die eine Art Vortrag hält. Ein häufiger eingesetztes Stilelement, meistens gleichbedeutend mit starken Tracks. "Wroclaw In The Rain" (04) weist mehr synthetische Effekte auf, auch HOWDEN wird verfremdet, tönt wie aus dem Off, dafür ist aber die typisch treibende SIEBEN-Percussion vorhanden.
Einen besonderen Hinweis verdient "Boxed In Green" (07), ein klar im Raum stehendes Kraftpaket, obwohl eher im typischen SIEBEN-Stil ganz ruhig intoniert. Die Melodie wunderschön tragisch, die Geige zur E-Gitarre umfunktioniert, und die peitschenden Beats parken wohltuend im Hintergrund. "Maid Of Orleans" (08) schließlich ist tatsächlich eine Coverversion des OMD-Klassikers. Auch dies erstaunlich gut gelungen: Kaum Synthetik, lediglich einige Frequenzen wabern im Hintergrund, ansonsten dominieren starke Trommeln und die ohnehin überragende Stimme von MATT HOWDEN. Die Melodie bleibt absichtlich leise und klingt wie auf einem Kinderkeyboard gespielt, dennoch entsteht ein sehr majestätischer und mächtiger Eindruck. Mit "Planning For Zombie Apocalypse" (09) beginnt das letzte Drittel des Albums; eine Reihe von nachdenklich rezitierenden Stücken, wiederum eher im Stile von SIEBEN denn von JOB KARMA.

Die wichtigste Grundidee von SIEBEN hat dieses gemeinsame Projekt übernommen: Stärke durch Reduziertheit. Zu Stimme – immer mal wieder verfremdet – und Geige – auch nicht unbedingt stärker verzerrt als sonst bei MATT HOWDEN – bieten JOB KARMA passende Elektronik. Die liegt irgendwo zwischen einer sehr sanften Variante von PRODIGY, Synthiepop-Elementen und den Spielereien von THE ORB, aber – wie gesagt – alles nur andeutungsweise. Als ob HOWDENs Musik eine elektronische Kur verordnet bekommen hätte. Weil sich die Elektronik dabei an SIEBEN anpasst und nicht umgekehrt, klappt das. Dazu kommt als weiterer Bonus die Abwechslung; vor allem während der ersten Hälfte des Albums klingt kein Stück wie das andere. 7JK funktioniert, so wie alles andere, was der Brite in den vergangenen Jahren angepackt hat.

Originalmusik von JOB KARMA

 
Michael We. für nonpop.de


Verweise zum Artikel:
» JOB KARMA @ myspace
» 7JK @ MATT HOWDENs Homepage

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Zusammenfassung
Die wichtigste Grundidee von SIEBEN hat dieses gemeinsame Projekt übernommen: Stärke durch Reduziertheit. Zu Stimme und Geige von MATT HOWDEN bietet das polnische Duo JOB KARMA die passende Elektronik. Weil sich diese an SIEBEN anpasst und nicht umgekehrt, klappt das. Inklusive OMD-Coverversion!

Inhalt
01. Dirt City
02. Dear Claire
03. Krau
04. Wroclaw In The Rain
05. End Of The Year
06. Organ Madness
07. Boxed In Green
08. Maid Of Orleans
09. Planning For Zombie Apocalypse
10. The World's Pain
11. Anthems Flesh
12. 47 Words For Sheffield
13. Dirt Reprise
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